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LÖSCHERN VON HERZFELDT (geb. Meinhard) Maria Pawlowna (1847 – nach 1884). Revolutionärin, Volkstümlerin

Rubrik: Biographische Beiträge (Personalien) / Vertreter des sozialen Bereichs (Bildung, Medizin)

LÖSCHERN VON HERZFELDT, Maria Pawlowna, geborene Meinhard, * 1847, † nach 1884. Revolutionärin, Mitglied der sozialrevolutionären Geheimgesellschaft der „Narodniki“ [„Volkstümler“]. Schwester von A.P. Korba und Schwägerin von S.A. Löschern von Herzfeldt.

Erhielt Hausunterricht. In den Jahren 1870-72 stand Löschern von Herzfeld dem Petersburger Narodniki-Zirkel um S.L. Perewskaja nahe. Anschließend lebte sie bis Mitte der 1870er Jahre in der Schweiz. 1876 war sie an der Organisation der am 19. Juni erfolgten Flucht P.A. Kropotkins aus dem Gefängnistrakt des Nikolai-Militärhospitals in St. Petersburg beteiligt. Von Herbst 1876 an arbeitete sie innerhalb des sogenannten Separatisten-Zirkels (W.N. Figner, A.I. Iwantschin-Pissarew u.a.) mit der Organisation „Semlja i Wolja“ [„Land und Freiheit“] zusammen. Im Frühjahr und Sommer 1877 betrieb sie unter den im Bezirk Busuluk (Gouvernement Samara) und von Frühjahr 1878 an unter den im Bezirk Wolsk (Gouvernement Saratow) ansässigen Bauern revolutionäre Propaganda. Am 13. März 1879 ging sie angesichts drohender Verhaftung in den Untergrund. Am 8. Juli 1881 wurde ihre Vorladung zum Verhör wegen Mitgliedschaft in einer „kriminellen Vereinigung“ bis zu ihrer Aufspürung aufgeschoben. In den Jahren 1879-81 gehörte sie der Partei „Narodnaja Wolja“ [„Volksfreiheit“] an. 1881 folgte sie Iwantschin-Pissarew illegal an dessen im Gouvernement Jenisseisk gelegenen Verbannungsort Minussinsk. Im Frühjahr 1882 stellte sie sich der Polizei. Am 26. Mai wurde sie verhaftet und nach Petersburg gebracht, wo man sie freiließ, nachdem ihr Schwager A.G. Stange (der Mann ihrer Schwester Vera) für sie gebürgt hatte. Bis 1883 lebte sie in Sotschi, wo sie ihre zerrüttete Gesundheit zu kurieren versuchte. 1883 wurde sie für drei Jahre nach Minussinsk verbannt, wo sie unter polizeilicher Aufsicht stand. 1884 lebte sie im Dorf Lugowskoje (Kreis Minussinsk).

Veröffentlichungen

Воспоминания о побеге П.А. Кропоткина, «Былое», 1922, № 17.

Literatur

Прибылева-Корба А.П., Автобиография, в кн.: Деятели СССР и революционного движения России. Энциклопедический словарь Гранат, М., 1989; Фигнер В.Н., Запечатленный труд, в ее кн.: Воспоминания в 2-х т., т. 1, М., 1964.

Autoren: Troickij N.

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