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ARTIKEL
Haushaltswaren
Rubrik: Ethnographie

Haushaltsutensilien sind eine Reihe von transportablen Haushaltsgegenständen, die von Landwirten oder Dorfhandwerkern hergestellt wurden – ein Element der Alltagskultur.

Sie werden in zwei Kategorien unterteilt:

nach dem Herstellungsmaterial wie Holz, Metall, Keramik, Glas oder andere Materialien;

oder nach dem Verwendungszweck: Möbel, dekorative Utensilien, Kochutensilien, Milch-, Wasser- und Weingeschirr, Besteck, Wasch- und Bügelutensilien sowie Utensilien für den persönlichen Gebrauch.

Die neuen sozioökonomischen und natürlichen Gegebenheiten sowie das Umfeld hatten einen großen Einfluss auf die Haushaltsutensilien, obwohl viele Gegenstände den bäuerlichen Utensilien von damals viele Jahre lang ähnlich waren.

Die wichtigsten hölzernen Gebrauchsgegenstände waren Möbel wie Tische, Stühle, Bänke, Betten, Truhen, Liegen, Wohnwände, Kommoden usw. So gab es zum Beispiel das traditionelle deutsche „Himmelbett“ auf hohen Beinen, die in fast bis zur Decke reichende Pfosten übergingen, die entlang des Umfangs oben mit einem hölzernen Gesims verbunden waren, in das der Name des Besitzers und das Heiratsdatum geschnitzt waren. Das Bett hatte hohe Seiten, eine Strohmatratze und darüber ein Federbett; ein zweites Federbett, weniger voluminös, diente als Decke. Das Bett war mit einer Tagesdecke bedeckt und darauf wurden Kissen – sowohl solche für den Alltag als auch für Feste – gelegt. Das Bett war auf beiden Seiten mit einem dicken Vorhang aus Kaliko versehen. Der Rest der Familie schlief auf dem Boden, auf Bänken, Truhen, hölzernen Sofas („Kanape“) und bemalten Liegen („Ruhebet“). Kinder im Alter von 7-12 Jahren schliefen in Kisten („Gitterbet“), die tagsüber unter das große Bett geschoben wurden, um das Zimmer geräumiger zu machen. Babys hingegen schliefen in einer Bodenwiege („Wik“) oder in einer Hängewiege („Pambl“). Die Möbel wurden in Braun, Burgunderrot oder Blau gestrichen und mit Herzen, Blumen oder geometrischen Figuren verziert.

А. Minh schrieb: „Die Deutschen sind große Liebhaber der farbenfrohen Ausschmückung von Räumen. Alles, was ihrer Meinung nach Anspruch auf Geschmack und Schönheit hat, wird von ihnen ins Haus gebracht: Tische, Bänke, Truhen, Schränke. Oft sind auch Fensterläden und Türen meist mit bunten Farben wie rot, blau und weiß versehen“.

Dies zeigte sich vor allem in der Bemalung von Truhen („Kist“, „Kisch“), Regalen für Geschirr („Schieselpret“) mit einem Fach für einen Samowar und Tischen („Tischt“). Jede erwachsene Frau im Haus hatte ihre eigene Truhe, oft mit einem Musikschloss.

Aus Weidenruten wurden verschiedene Gegenstände geflochten: Tische, Stühle, Kinderbetten und -wagen, Regale sowie Körbe.

Später wurden Kommoden, handgefertigte, mit Schnitzereien verzierte und lackierte Geschirrschränke, Tische und Blumenständer – die selbst in den ärmsten Bauernfamilien verwendet wurden – gerahmte Spiegel, kleine Bänke und Stühle mit Armlehnen, der so genannte „Mutterstuhl“, hergestellt.

Aus Holz wurden Küchenutensilien für die Zubereitung von Gerichten aus Teig und Backwaren hergestellt: eine Platte zum Schneiden von Nudeln („Nudlschneide“), ein Nudelholz („Nudelholz“, und mit beweglichen Griffen – „Wergelholz“), ein Kartoffelstampfer („Kartoffelstützer“), eine große Truhe für Mehl („Mehlstahl“), eine Mehlschaufel („Mehlschaufelchen“), ein Sieb („Mehlsippchen“), ein Trog für den Teig („Backtrog“), ein Backspatel zum Anrühren von Teig („Sitzche“), eine Schaufel zum Einschieben von Brot und Kuchen in den Ofen („Sitz“) und ein Schaumlöffel für Nudeln („Gleslefel“). Um fünf Waffeln auf einmal zu backen, stellten lokale Schmiede und kleine Handwerksbetriebe runde, sich drehende Waffeleisen („Waffeleise“) aus Metall her, die unter den Russlanddeutschen weit verbreitet waren, und, wie in Europa, Waffeleisen in Form einer Zange mit einer rechteckigen Form am Ende zum Backen einer großen Waffel.

Aus Holz wurden die wichtigsten Geräte für die Verarbeitung von Milchprodukten hergestellt: Formen für die Herstellung von Käse, alle Arten von „Butterfässern“, die den russischen „pahtalka“ ähneln und in denen die Butter mit einem vertikalen Stab geschlagen wurde, sowie die fortschrittlichere „Buttermaschine" mit Rührstäben, die mit einem Hebel angetrieben wurde. Verschiedene Reiben („Arbusenschabe“ und „Schopkopf“), die an Saftpressen für Zitrusfrüchte erinnerten, wurden zum Auspressen von Wassermelonenfruchtfleisch verwendet, und der Saft wurde in unterschiedlich großen Kupfertöpfen zu dickflüssigem Honig gekocht.

Zum Waschen der Wäsche benutzten sie einen Bottich, ein Brett („Waschprett“), ein Plättbrett („Rupichmahnholz“), ein Mangelholz („Mangelolz“), einen Stock zum Glätten von Decken („Bettsreifer“) und viele andere Gegenstände aus Holz.

Bis heute verwenden die Russlanddeutschen in den Dörfern ein Tragjoch („Trachtholts“), das sich grundlegend von dem russischen bogenförmigen Tragjoch unterscheidet. Das deutsche Tragjoch ist gerade, mit einem Halsausschnitt und einer Schultereinkerbung, mit Ketten an den Enden und in früheren Modellen mit Lederriemen versehen.

Aus Metall wurden Kochutensilien wie Klemmen für Pfannen, Zangen, Griffe, Feuerhaken mit einer charakteristischen vierseitigen Form und Dreibeine hergestellt. Es wurde auch Geschirr aus Metall verwendet wie Kellen, Tassen, Löffel, Gabeln und Messer. Wurstfüllmaschinen oder -spritzen („Woschtspriez“) waren in allen möglichen Varianten verbreitet. In der Nachkriegszeit entwickelten sie sich zu Pressen („Woschtpres“) von beträchtlicher Größe und verschiedenen Ausführungen, die für die Herstellung großer Mengen von Würsten verwendet wurden.

Neben Weißmetall wurden auch Bronze und Kupfer für die Herstellung von Wasserspendern und Schüsseln für das Kochen von Marmelade, Kerzenständern, Dochtscheren usw. verwendet. Zum Bügeln von Wäsche wurden verschiedene Arten von Kohlebügeleisen benutzt: mit Schornstein oder in den man selbst reinpusten musste. Diese wurden im gesamten russischen Reich verwendet und wiesen keine nationalen Besonderheiten auf. Die von der russischen Bevölkerung entlehnten Samoware aus Messing und Stahl nahmen schnell einen der zentralen Plätze im Haus ein.

Ein Großteil der Utensilien wurde aus Ton hergestellt. Utensilien, kleine Gewichte und Spielzeug aus Ton wurden auf Märkten gekauft und in einigen Zentren wie in den Kolonien Preuss und Kukkus hergestellt. Außerdem gab es traditionelle Teller, Schalen und Tassen sowie Gefäße für Wein, Milch, Essig, Öl und Wasser mit dem für europäische Vorbilder typischen engen Hals. Die Keramik des späten 19. Jahrhunderts wurde aus grauem oder rotem Ton hergestellt; in den 1920er-Jahren wurden sie mit einer speziellen Zusammensetzung (mehrfarbige Glasur mit Bleimineral) überzogen. Zur Aufbewahrung von Lebensmitteln wurden große Krüge, Fässer, Truhen, Körbe und aus Weidenruten geflochtene Kisten verwendet.

Zu den Haushaltsgegenständen gehören auch Dekorationen wie Spitzenservietten, Tischdecken, Überwürfe, selbstgesponnene Fußmatten, Wandteppiche, gerahmte Sprüche religiösen Inhalts, zahlreiche Taschen für Kleinigkeiten (Uhren, Brillen, Kämme), Zeitungsständer, Nadelkissen, Regale, Kleider- und Handtuchhalter sowie Uhren. Die letzte Unterteilung der Utensilien umfasste persönliche Gegenstände wie Kämme, Tabakpfeifen, Brillen, Gehstöcke, Brieftaschen, Tabaksbeutel und vieles mehr.

Übersetzt aus dem Russischen von Evelyn Ruge

 

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ÜBER DIE ENZYKLOPÄDIE

Die Enzyklopädie wurde auf die Initiative der öffentlichen Organisation „Föderale nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen“ (FNKA RD) unter aktiver Beteiligung der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen erstellt. Das Projekt wurde von den Regierungen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Während der Projektdurchführung wurden Geldmittel verwendet, welche gemäß den Anordnungen des Präsidenten der Russischen Föderation und auf der Grundlage von durchgeführten Wettbewerben der „Nationalen Wohltätigkeitsstiftung“, den allrussischen öffentlichen Organisationen die „Gesellschaft „Wissen“, die „Russische Union der Rektoren“ u.a., in den Jahren 2015–2017 als Zuschüsse zugewiesen wurden.

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NACHRICHTEN
RUSDEUTSCH
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