KANTON ILOWATKA, 1927 durch Ausgliederung aus dem Kanton Seelmann gegründete Gebietskörperschaft der Republik der Wolgadeutschen. Kantonszentrum war das Dorf Ilowatka. Nach Stand zum 1. Januar 1941 hatte der Kanton eine Fläche von 904,5 km2. Bevölkerung: 11.500 Einwohner, davon 16,0% Deutsche. 5.500 Männer und 6.000 Frauen. Bevölkerungsdichte: 12,7 Einwohner pro km². Auf dem Gebiet des Kantons lagen sieben Dörfer. Flächennutzung (in Tausend Hektar): Höfe – 1,4; Nutz- und Gemüsegärten – 1,1; Obstgärten – 0,1; Ackerland – 42,4; Wiesen – 8,5; Weideland – 20,3; Wald und Buschland – 4,1; Gewässer – 3,1; sonstige Flächen – 9,2. Insgesamt 90.500 Hektar.
Kantonsführung (nach Stand zum 1. Januar 1941):
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Posten |
Name |
Geburtsjahr |
Bildungsstand |
Parteimitglied seit |
Nationalität |
Amtszeit seit |
|
1. Sekretär des kantonsparteikomitees der WKP(b) |
M.I. Prokura |
1897 |
Mittelschule |
1931 |
Ukrainisch |
1940 |
|
2. Sekretär des Kantonsparteikomitees der WKP(b) |
I.W. Ryblow |
1908 |
Siebenklassenschule |
1932 |
Russisch |
1938 |
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Vorsitzender des Kantonsexekutivkomitees |
G.A. Schtscherbibin |
1911 |
Grundschule |
1925 |
Russisch |
1938 |
|
Chef der Kantonsabteilung des NKWD |
W.G. Jalowez |
1911 |
Grundschule |
1939 |
Ukrainer |
1940 |
|
Staatsanwalt |
W.A. Schewak |
1905 |
Grundschule |
1938 |
Ukrainer |
1940 |
Im Kanton Ilowatka gab es acht staatliche, neun genossenschaftliche und 42 kleinere Kolchosbetriebe. Die wichtigsten Unternehmen waren eine Mühle und Reparaturwerkstätten. In der Industrie des Kantons waren 267 Arbeiter beschäftigt, von denen 112 in den staatlichen Betrieben arbeiteten.
Viehbestand im Kanton (nach Zählung von 1940):
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Tierart |
Gesamtzahl |
In den Kolchosen |
privat |
|
Rinder |
4803 |
1644 |
3759 |
|
davon Kühe |
2083 |
233 |
1850 |
|
davon Ochsen |
43 |
417 |
– |
|
Schafe und Ziegen |
10 946 |
5404 |
5542 |
|
Schweine |
1469 |
772 |
697 |
|
Pferde |
893 |
840 |
– |
|
davon Arbeitspferde |
501 |
383 |
– |
|
Kamele |
140 |
140 |
– |
Die Kollektivierungsquote lag bei 99,9%, 1.996 bäuerliche Wirtschaften waren in 17 Kolchosen zusammengeschlossen. Die Saatfläche des Kantons lag bei 38.504 Hektar, davon entfielen 32.925 Hektar auf Getreide, 1.826 Hektar auf Industriepflanzen, 1.840 Hektar auf Gemüse und Gartenfrüchte (davon 365 Hektar auf Kartoffeln), 1.913 Hektar auf Futterpflanzen. Die Kolchosen wurden von drei Maschinen-Traktoren-Stationen bedient (Ilowatka, Kurnajewka, Krasny Jar), die über 181 Traktoren, 65 Mähdrescher und 20 Lastkraftwagen verfügten. In den Kolchosen des Kantons gab es 21 Lastkraftwagen. Der durchschnittliche Ernteertrag im Kanton lag in den Jahren 1935–40 bei 4,9 Doppelzentnern pro Hektar.
In den Kolchosen gab es 79 Farmen, davon jeweils 16 Rinder, Schaf- und Schweinefarmen, zwei Pferdehöfe und sechs Kaninchenfarmen.
Im Kanton gab es sechs Grundschulen, zwei Siebenklassenschulen und zwei Mittelschulen mit insgesamt 2.449 Schülern. Es gab zwei Kindergärten mit 32 Plätzen, sechs Lesehütten, zwei Kolchosklubs, vier Bibliotheken und ein Kino mit 130 Plätzen. Es erschien die Kantonszeitung „Put Lenina“ in russischer Sprache. Eine Rundfunkzentrale mit einer Leistung von neun Watt bediente 190 Rundfunkanschlüsse. Im Gesundheitswesen gab es zwei Krankenhäuser mit 35 Betten, zwei Ambulanzen, vier Sanitäts- und Geburtshilfe-Stationen, drei Trachom-Punkte, drei Entbindungsstationen mit neun Betten, eine Apotheke und Kinderkrippen (mit 25 Plätzen).
Die Kantonsparteiorganisation der WKP(b) hatte 136 Mitglieder und 87 Kandidaten für eine Mitgliedschaft, 24 Basisparteiorganisationen und zwei Kandidatengruppen. Im Kanton gab es 516 Komsomolzen und 36 Komsomolorganisationen.
Die Enzyklopädie wurde auf die Initiative der öffentlichen Organisation „Föderale nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen“ (FNKA RD) unter aktiver Beteiligung der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen erstellt. Das Projekt wurde von den Regierungen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Während der Projektdurchführung wurden Geldmittel verwendet, welche gemäß den Anordnungen des Präsidenten der Russischen Föderation und auf der Grundlage von durchgeführten Wettbewerben der „Nationalen Wohltätigkeitsstiftung“, den allrussischen öffentlichen Organisationen die „Gesellschaft „Wissen“, die „Russische Union der Rektoren“ u.a., in den Jahren 2015–2017 als Zuschüsse zugewiesen wurden.
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