RU

neue
illustrierte elektronische

Z
ZUFÄLLIGER
ARTIKEL
Knoblok , Boris Georgiewitsch, * 6. (19.) April 1903 in Moskau, † 4. Februar 1984 ebenda. Theaterkünstler, Bühnenbildner, Verdienter Künstler der RSFSR (1955)

KNOBLOCK, Boris Georgiewitsch, * 6. (19.) April 1903 in Moskau, † 4. Februar 1984 ebenda. Theaterkünstler, Bühnenbildner, Verdienter Künstler der RSFSR (1955).

Knoblock stammte aus einer im 18. Jahrhundert ins Russische Reich übergesiedelten Familie sächsischer Deutscher. Sein Vater Georgi Romanowitsch Knoblock war Bankangestellter, seine Mutter Nadeschda Genrichowna, geborene Simis, war die Tochter eines Schneiders.

Seine erste Theateraufführung stattete Knoblock noch zu seiner Schulzeit im Jahr 1918 aus. In den Jahren 1919-28 lernte er an der privaten Kunstschule von Wassili Jakowlew und P.M. Schumichin sowie im Freien Kunstatelier Konstantin Korowins. Seine Laufbahn begann er in den 1920er Jahren als Zeitungs- und Plakatgraphiker. 1923 war er als Künstler bei der Zeitung „Roter Kämpfer“ angestellt. 1925 wurde er zur Roten Arbeiter- und Bauernarmee eingezogen, wo er seinen Wehrdienst als berittener Pionier ableistete.

Von 1931 an war Knoblock hauptberuflich mit der Ausstattung von Theateraufführungen und Massenveranstaltungen befasst. In den Jahren 1934-38 arbeitete er mit dem Regisseur Nikolai Ochlopkow an dessen Realistischem Theater an der Überwindung der Guckkastenbühne und Ausarbeitung von Prinzipien einer außerhalb der eigentlichen Bühne gelegenen Dekoration. Gleichzeitig betrieb er gesellschaftliche Arbeit und war Stellvertretender Vorsitzender der Sektion der Theaterkünstler des Moskauer Künstlerverbands. In den Jahren 1940-45 war er Hauptbühnenbildner des Staatlichen Akademischen Maly-Theaters. In den Jahren 1948-63 war er am Zentralen Kindertheater tätig.

Neben seiner Arbeit als Bühnenbildner war Knoblock auch mit der Ausstattung öffentlicher Massenveranstaltungen befasst: Sportparaden im Dynamo-Stadion sowie die 6. und 7. Weltjugendspiele [Weltfestspiele der Jugend und Studenten] in Moskau (1957) und Wien (1959). Zweimal stattete er Gastspiele sowjetischer Künstler in Paris aus, die dort im Palais des Sports (1972) und im Pavillon de Paris (einem der größten Konzertsäle Frankreichs, 1977) mit einem Programm aus volkstümlichen Liedern und Tänzen auftraten.

Boris Knoblock gestaltete die Bühnenbilder für Inszenierungen von Regisseuren wie Nikolai Chmelew, Konstantin Subow, Nikolai Ochlopkow, Anatoli Efros und Josif Tumanow. Er arbeitete mit dem Ballettmeister Fjodor Lopuchow und den Filmregisseuren Grigori Alexandrow („Der helle Weg“, 1940) und Georgi Jungwald-Chilkewitsch (Varieteszenen in dem Film „Gefährliche Gastspiele“, 1969) zusammen.

Unter den künstlerischen Arbeiten Boris Knoblocks sind die graphischen Serien „Das alte Moskau“, „Straßentheater“ und „Armee“ zu nennen. Erhalten sind seine Bühnenbild- und Kostümskizzen zu Theateraufführungen.

1948 wurde Knoblock für die Ausstattung des Balletts „Doktor Aibolit“ mit dem Stalinpreis der 2. Stufe ausgezeichnet. Zusammen mit seinem Sohn Andrei Knoblock stattete er die Aufführungen „Die Wasserhexe“ und „Legenden von der Insel Kischi“ aus, die mit den Nationalpreisen der Republiken Tatarstan (Gabdulla Tukaj-Preis der Tatarischen ASSR, 1973) und Karelien ausgezeichnet wurden.

Boris Knoblock starb am 4. Februar 1984 im Alter von 80 Jahren in Moskau und ist auf dem Wagankowoer Friedhof begraben.

E
ÜBER DIE ENZYKLOPÄDIE

Die Enzyklopädie wurde auf die Initiative der öffentlichen Organisation „Föderale nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen“ (FNKA RD) unter aktiver Beteiligung der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen erstellt. Das Projekt wurde von den Regierungen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Während der Projektdurchführung wurden Geldmittel verwendet, welche gemäß den Anordnungen des Präsidenten der Russischen Föderation und auf der Grundlage von durchgeführten Wettbewerben der „Nationalen Wohltätigkeitsstiftung“, den allrussischen öffentlichen Organisationen die „Gesellschaft „Wissen“, die „Russische Union der Rektoren“ u.a., in den Jahren 2015–2017 als Zuschüsse zugewiesen wurden.

N
NACHRICHTEN
RUSDEUTSCH
  • 1 22.09.2026

    Veranstaltungen

    Diamanten im Sternbild: Die Preisträger des gesamtrussischen Wettbewerbs „Russland herausragende Deutsche – 2026“ wurden ausgezeichnet

    Am 19. September fand eines der lang erwarteten und bedeutendsten Ereignisse für die Gemeinschaft der Russlanddeutschen statt – die feierliche Preisverleihung der Preisträger des jährlichen gesamtrussischen Wettbewerbs „Russlands herausragende Deutsche“. Veranstaltungsort des festlichen Abends war der für seine großzügigen neoklassizistischen Säle bekannte „Palast der Kultur“ in Moskau.

  • 1 18.09.2026

    Spracharbeit

    Der Kalender der Russlanddeutschen: wenig bekannte Feste und Traditionen bei den Sprachklubtreffen

    Warum wird im Sommer der Fußboden mit Gras ausgelegt, und wann muss man nach den Frühlingsbräuchen Purzelbäume schlagen? Hat der Osterhase auch die Wolgadeutschen besucht , und welche Tage galten im Winter als die gefährlichsten?

  • 1 17.09.2026

    Interview

    Russlands herausragende Deutsche–2026: Wir stellen die Preisträgerin im Bereich gesellschaftliches Engagement Olga Martens vor

    Die Alten sagten: „Die Belohnung für eine gute Tat liegt in ihrer Vollendung.“ Vor 16 Jahren fasste ein Mensch den edlen Entschluss, die Namen jener Landsleute im Gedächtnis ihrer Mitmenschen zu bewahren, die herausragende Leistungen in der Entwicklung von Wissenschaft und Kultur des Landes sowie in der Bewahrung des historischen Gedächtnisses ihres Volkes erbracht haben. Nun wurde die lange Reihe der „Russlands herausragende Deutsche–2026“ um ihren Namen erweitert. Wir stellen Ihnen die Preisträgerin der Kategorie „Nominierung im Bereich des Zivilen Engagements“, benannt nach Artur Karl, Olga Konstantinowna Martens, vor.

  • 1 14.09.2026

    Wettbewerbe, Ausschreibungen

    „Freunde der deutschen Sprache“ warten auf neue Teilnehmende... noch 7 Tage!

    Man sagt zwar: Sieben warten nicht auf einen. Doch wir wissen: Freunde kann man nie genug haben! Die Wettbewerbsjury der „Freunde der deutschen Sprache“ hat die Anmeldefrist verlängert und freut sich bis einschließlich zum 21. September auf Ihre Beiträge.

  • 1 11.09.2026

    Spuren der deutschen Kultur in Russland

    Geschichten, erzählte durch Licht und Schatten: „Eltern sind aktiv“ in Tomsk

    Vom 13. bis 17. August fand in Tomsk das Projekt „Eltern sind aktiv“ vom Jugendring der Russlanddeutschen statt. Familien aus ganz Russland erlebten mehrere Tage lang eine gemeinsame Geschichte: Sie erkundeten ihre Wurzeln, lernten die Sprache, bastelten Requisiten, gingen durch alte Straßen spazieren und führten schließlich ihr eigenes Schattentheater auf. Schaut man sich nun die einzelnen Projektbestandteile genauer an und was sie für die Teilnehmer so unvergesslich machte.

  • 1 11.09.2026

    Interview

    Russlands herausragende Deutsche – 2026: Preisträger der Ehrenkategorie „Name des Volkes“ – Wladimir Bauer

    Er war der Sohn von Sondersiedlern und wurde 1946 in einer kleinen Waldsiedlung im Gebiet Tomsk geboren. Jahre später wurde aus dem Jungen aus der sibirischen Provinz ein Abgeordneter der Staatsduma der I. Legislaturperiode und stellvertretender Minister der Russischen Föderation – und damit ein Akteur im Zentrum der politischen Umbrüche und der Entstehung eines neuen Staates in den 1990er-Jahren. Diesen Weg ging Wladimir Anatoljewitsch Bauer mit Tatkraft und Energie.

  • 1 11.09.2026

    Verschiedenes

    In ehrendem Gedenken an Tamara Sergejewna Artamonowa

    Mit großer Trauer geben wir bekannt, dass Tamara Sergejewna Artamonowa am 11. September 2026 verstorben ist. Sie war Direktorin des Deutschen Kulturfonds der Stadt Sajanogorsk sowie Koordinatorin für Spracharbeit des Überregionalen Koordinierungsrates (ÜKR) der Russlanddeutschen Ostsibiriens und des Fernen Ostens.

  • 1 11.09.2026

    Interview

    Russlands herausragende Deutsche – 2026: Lernen Sie den Preisträger in der Kategorie „Effektive Führungskraft“ Otto Gross kennen

    Im Jahr 2026 wurden die Preisträger des allrussischen Wettbewerbs „Russlands herausragende deutsche Namen – 2026“ bekannt gegeben. Zu den Preisträgern gehört ein Mann, dessen Leben untrennbar mit dem Rhythmus der Felder und der rauen Schönheit der Kulundasteppe verbunden ist. Otto Ottowitsch Gross hat sich bereits aus dem Geschäftsleben zurückgezogen und die Leitung an seinen Sohn übergeben, doch sein Name ist für immer in die Geschichte der Landwirtschaft des Landes eingegangen. In einem Exklusivinterview sprach er zum ersten Mal so ausführlich nicht nur über die großen Erfolge, sondern auch über die Hintergründe der Unternehmensführung, familiäre Traditionen und seine Pläne für den neuen Lebensabschnitt.

  • 1 09.09.2026

    Spracharbeit

    Deutsch klingen: Stimm- und Sprechtechniken für die Arbeit im Sprachklub

    Oft trauen sich Teilnehmende in Sprachklubs nicht zu sprechen – nicht wegen mangelnder Grammatikkenntnisse, sondern aus Angst, „falsch zu klingen“ oder aufgrund von Unsicherheiten bei der Aussprache. Wie lässt sich diese Sprachbarriere durch einfache und ansprechende Übungen abbauen, die Stimme befreien und den Teilnehmenden helfen, mühelos und natürlich zu sprechen?

  • 1 09.09.2026

    JdR

    Sieben Tage auf Deutsch:Das Projekt „Ethnokulturelle Sprachentreffen für Jugendliche 2026“

    Vom 1. bis 8. August fand in Samara ein ethnokulturelles Sprachtreffen für Jugendliche statt, das Russlanddeutsche aus dem ganzen Land zusammenbrachte, um eine gemeinsame Sprache, Kultur und Erinnerung an ihre Vorfahren zu teilen. Das Projekt wurde vom Jugendring der Russlanddeutschen organisiert.

  • ANDERE PROJEKTE

    ЗEINE FRAGE STELLEN