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MARTENS , Heinrich (Genrich Genrichowitsch), * 25. Oktober 1956 in Stalino (heute: Donezk)

MARTENS, Heinrich (Genrich Genrichowitsch), * 25. Oktober 1956 in Stalino (heute: Donezk). Russlanddeutscher Kulturaktivist, Vorsitzender des „Internationalen Verbands der deutschen Kultur“ (IVDK), Präsident der „Föderalen Nationalen Kulturautonomie der Russlanddeutschen“ (FNKA), Beauftragter des Präsidenten der Russischen Föderation, Mitglied des Rats für interethnische Beziehungen beim Präsidenten der Russischen Föderation.

Martens ist Sohn des deutschen Mennoniten Heinrich Martens und der Ukrainerin Galina Skripnuk und Enkel des bekannten mennonitischen Dichters und Predigers Cornelius Martens. Nach Abschluss der Mittelschule in Donezk (1974) arbeitete Martens in der Produktion, an einem wissenschaftlichen Forschungsinstitut und bis 1981 am Labor für technische Lehrmittel der Staatlichen Universität Donezk. 1986 schloss er die Fakultät für Technologie und Technik der Lagerstättenexploration des Polytechnischen Instituts Donezk mit der Fachrichtung Bergbauingenieur ab.

In den Jahren 1986-88 war er Ingenieur bei der Gesellschaft „Ukrugolgeologija“ („Ukrainische Kohlegeologie“), in den Jahren 1988-90 Oberingenieur am wissenschaftlichen Forschungsinstitut für Arbeitssicherheit in der Kohleindustrie in Makejewka. Parallel nahm er eine Geschäftstätigkeit auf. Bis 1990 lebte er dauerhaft in Donezk und in den Jahren 1990-94 in Donezk und Moskau. Seit 1994 lebt er in Moskau.

1989 gründete Martens die Donezker Gebietsgesellschaft der sowjetdeutschen Kultur- und Bildungsorganisation „Wiedergeburt“. 1990 wurde er Mitglied des Koordinationsrats der gesamtsowjetischen Gesellschaft „Wiedergeburt“ und auf Einladung des Ministerrats der UdSSR Mitglied des Organisationskomitees des Ersten Kongresses der Deutschen der UdSSR.

1991 gründete Martens den Verband zur Förderung der Kultur der Sowjetdeutschen (seit September 1991 „Internationaler Verband der deutschen Kultur“), dessen Vorsitzender er seitdem ist. In dieser Funktion hat er Hunderte russlandweite und überregionale Kulturfestivals sowie Bildungs- und Sprachförderungsprojekte organisiert, deren Ziel darin bestand, die Entwicklung der kulturellen Eigenständigkeit zu fördern. Unter Martens Führung wurden zahlreiche wissenschaftliche und wissenschaftspraktische Konferenzen und Seminare veranstaltet, auf denen unter anderem das Konzept der Begegnungszentren (2005-06), das Statut der Überregionalen Koordinierungsräte der Begegnungszentren (2007) und ein Konzept zur Optimierung der Sprach-, Geschichts- und Regionalkunde-Tätigkeit des IVDK (2008) ausgearbeitet wurden. Darüber hinaus initiierte Martens 2007 die Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrags zwischen den gesellschaftlichen Organisationen der Russlanddeutschen in Russland und der Spätaussiedler in Deutschland.

Martens war Initiator der ersten Sprachlager für russlanddeutsche Kinder und Jugendliche (1996), der Gründung des „Jugendrings der Russlanddeutschen“ (1997) sowie der Wiederbelebung der „Moskauer Deutschen Zeitung“ (1998), deren Chefredakteur er bis 2001 war, und der deutschsprachigen Kinderzeitschrift „Schrumdirum“ (2000). Bis heute ist er Herausgeber dieser Publikationen.

Martens war unmittelbar an der Stärkung der Selbstorganisation der Russlanddeutschen sowie der lokalen Selbstverwaltung der kompakten deutschen Siedlungsgebiete sowie am Aufbau eines umfassenden und konstruktiven Dialogs mit den staatlichen Organen im Zentrum und in den Regionen beteiligt.

Seit 1992 ist er Mitglied der Deutsch-Russischen Regierungskommission für die Angelegenheiten der Russlanddeutschen. In den Jahren 1994-96 nahm er an den Sondersitzungen der Russisch-Deutschen Kommission für kulturelle Zusammenarbeit teil. Seit 2004 nimmt er an den Sitzungen des russisch-deutschen Forums „Petersburger Dialog“ teil. In den Jahren 2005-07 war er Mitglied der Arbeitsgruppe des Komitees für Nationalitäten der Staatsduma der Russischen Föderation, innerhalb derer er an der Ausarbeitung des Föderalen Gesetzes „Über die Selbstorganisation der Russlanddeutschen“ beteiligt war. 2007 wurde er für seinen großen Beitrag zur Entwicklung der interethnischen Beziehungen in der Russischen Föderation mit der Ehrenurkunde des Ministeriums für regionale Entwicklung der Russischen Föderation ausgezeichnet.

2009 wurde Martens zum Präsidenten der Föderalen Nationalen Kulturautonomie der Russlanddeutschen (FNKA der Russlanddeutschen) gewählt. Darüber hinaus gehört er dem Rat für interethnische Beziehungen beim Präsidenten der Russischen Föderation an. Seit 2012 ist er Präsidiumsmitglied, seit 2017 Vorsitzender der Kommission für Fragen der Bewahrung und Entwicklung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt der Völker Russlands und seit 2017 Mitglied der Arbeitsgruppe für Fragen der Umsetzung der Strategie der staatlichen Nationalitätenpolitik der Russischen Föderation für den Zeitraum bis 2025 des Rats für interethnische Beziehungen beim Präsidenten der Russischen Föderation. Seit 2012 ist er Beauftragter des Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin.

Martens war in den Jahren 2013-14 Mitglied und ist seit 2015 Stellvertretender Vorsitzender des Konsultationsrats für Fragen der nationalen Kulturautonomien beim Ministerium für regionale Entwicklung der Russischen Föderation. Seit 2017 ist er Stellvertretender Vorsitzender des Rats der Russischen Völkerversammlung.

Martens ist verheiratet und hat drei Kinder. Seine Ehefrau Olga Martens ist Erste Stellvertreterin des Vorsitzenden des Internationalen Verbands der deutschen Kultur.

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ÜBER DIE ENZYKLOPÄDIE

Die Enzyklopädie wurde auf die Initiative der öffentlichen Organisation „Föderale nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen“ (FNKA RD) unter aktiver Beteiligung der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen erstellt. Das Projekt wurde von den Regierungen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Während der Projektdurchführung wurden Geldmittel verwendet, welche gemäß den Anordnungen des Präsidenten der Russischen Föderation und auf der Grundlage von durchgeführten Wettbewerben der „Nationalen Wohltätigkeitsstiftung“, den allrussischen öffentlichen Organisationen die „Gesellschaft „Wissen“, die „Russische Union der Rektoren“ u.a., in den Jahren 2015–2017 als Zuschüsse zugewiesen wurden.

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NACHRICHTEN
RUSDEUTSCH
  • 1 31.08.2026

    Gedenk- und Trauertag der Russlanddeutschen

    „Das Haus, das es nicht gibt“: Im Russisch-Deutschen Haus wurde der Opfer der Deportation gedacht

    Am 28. August, dem Tag des Gedenkens und der Trauer, fand im Russisch-Deutschen Haus in Moskau ein Gedenkabend statt, der den Opfern der Deportation der Wolgadeutschen gewidmet war. Im Mittelpunkt des Programms stand das Erinnerungstheaterstück „Das Haus, das es nicht gibt“, das auf Werken von Viktor Schnitke basiert und Theater, Musik, Malerei sowie Fragmente von Kindheitserinnerungen an die tragischen Ereignisse der späten 1930er-Jahre miteinander verband.

  • 1 28.08.2026

    Offene Treffen

    Motivierendes offenes Treffen: Nur Mut, packen wir’s an!

    Haben Sie die deutsche Sprache wegen ihrer kilometerlangen Wörter und der „falschen“ Präpositionen in festen Redewendungen nicht gern? Wir sind davon überzeugt, dass eine der anspruchsvollsten europäischen Sprachen eine zweite Chance verdient. Wie Sie damit aufhören können, Ihre Geduld auf die Probe zu stellen, und sich stattdessen mit aufrichtigem Interesse den logisch aufgebauten Strukturen der deutschen Sprache widmen, erfahren Sie bei unserem Offenen Treffen mit Oleg Alexandrow.

  • 1 28.08.2026

    Wettbewerbe, Ausschreibungen

    Russlands herausragende Deutsche – 2026: Matwej Maniser – Preisträger der Ehrennominierung „Name des Volkes“

    Jeden Tag gehen Tausende Fahrgäste der Moskauer Metro an einem bronzenen Grenzsoldaten mit seinem Hund, einem Mädchen mit einem Buch, einem Matrosen, einem Arbeiter und einer Sportlerin vorbei. Manche bleiben stehen und betrachten die Skulpturen, andere berühren fast beiläufig die blank polierte Nase des Schäferhundes – in der Hoffnung auf Glück. Die Figuren sind längst weit mehr als bloße Gestaltungselemente der Metrostation „Platz der Revolution“: Um sie ranken sich eigene Stadtlegenden, und sie gehören heute ganz selbstverständlich zum Moskauer Alltag.

  • 1 28.08.2026

    Jahr der Erinnerung und des Ruhms

    Ansprache der Vorsitzenden des IVDK zum Tag des Gedenkens und der Trauer der Russlanddeutschen

    Der 28. August – ein besonderer und tragischer Tag in der Geschichte der Russlanddeutschen

  • 1 27.08.2026

    Veranstaltungen

    Die letzten Vorbereitungen für die neue Klubsaison: In Omsk ist die Sprachwerkstatt zu Ende gegangen

    Vom 17. bis 22. August fand im Kultur- und Geschäftszentrum „Russisch-Deutsches Haus in der Stadt Omsk“ die Sprachwerkstatt für Leiterinnen und Leiter von Deutschklubs „Sprache. Geschichte. Kultur der Russlanddeutschen“ statt.

  • 1 27.08.2026

    Interview

    Russlands herausragende Deutsche – 2026: Tichon von Stackelberg – Preisträger im Bereich Sport

    Tichon von Stackelberg, einer der herausragenden Bergsteiger Russlands, steht seit vielen Jahren für außergewöhnliche Ausdauer, Zielstrebigkeit und sportlichen Ehrgeiz. Immer wiederstellt er sich neuen Herausforderungen und feiert dabei beeindruckende Erfolge. Nun kann er seiner langen Liste an Auszeichnungen einen weiteren Erfolg hinzufügen: den Sieg beim Gesamtrussischen Wettbewerb „Russlands herausragende Deutsche – 2026“ in der Nominierung Sport. Doch hinter dem Namen Tichon von Stackelberg verbirgt sich weit mehr als ein erfolgreicher Spitzensportler. Als Nachfahre des traditionsreichen Adelsgeschlechts von Stackelberg kennt er die Geschichte seiner Familie bis ins 16. Jahrhundert, bewahrt die Erinnerung an seine Vorfahren und gibt dieses Wissen an die jüngere Generation weiter.

  • 1 25.08.2026

    Veranstaltungen

    „Ressourcen-Crossing“ geht weiter: Wir laden zur lang erwarteten Fortsetzung des Webinars ein

    Nach der erfolgreichen Erkundung von Online-Ressourcen laden wir dazu ein, sich der methodischen Klassiker für Leiterinnen und Leiter von Deutschlernklubs zuzuwenden – gedruckten und anschaulichen Materialien. Der zweite Teil des Webinars findet am 30. August von 10:00 bis 12:00 Uhr Moskauer Zeit statt.

  • 1 24.08.2026

    Interview

    „Die deutsche Sprache ist die Verbindung zu unseren Vorfahren“: Familie Leichner über den Wettbewerb „Freunde der deutschen Sprache“

    Der Gesamtrussische Wettbewerb „Freunde der deutschen Sprache“ bringt Hunderte engagierte Pädagogen, Sprachwissenschaftler und Aktive aus ganz Russland zusammen. Noch bis zum 14. September können Beiträge eingereicht werden. Die ersten Teilnehmenden haben ihre Bewerbungen bereits eingereicht und RusDeutsch.ru von ihren Erfahrungen berichtet. Über die Liebe zur deutschen Sprache und die Geheimnisse lebendiger Unterrichtsstunden, über ihren Weg in der Organisation der Russlanddeutschen und darüber, wie sich das ethnokulturelle Erbe der Russlanddeutschen der heutigen Jugend verständlich und greifbar vermitteln lässt, berichten die Teilnehmenden der Nominierung „CyberDeutsch“, Oxana und Maxim Leichner, im Interview.

  • 1 21.08.2026

    IVDK

    Russlands herausragende Deutsche 2026: Ein Porträt des Preisträgers Wladimir Eisner

    Kurz vor der feierlichen Gala des gesamtrussischen Wettbewerbs „Russlands herausragende Deutsche“ rückt der Lebensweg von Wladimir Eisner in den Fokus. Der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent wird in der Kategorie Kunst geehrt. Die Auszeichnung ist mehr als eine bloße Bestandsaufnahme seiner Verdienste. Sie bietet die Gelegenheit, einen neuen Blick auf sein filmisches Werk zu werfen – ein unbestechliches, tiefgründiges Zeitzeugnis menschlicher Schicksale vor dem Hintergrund der großen Geschichte eines riesigen Landes.

  • 1 19.08.2026

    Offene Treffen

    Feinschliff der deutschen Phonetik: Offenes Treffen mit einem professionellen Simultandolmetscher

    Am 22. August erwartet die Gäste des Kultur- und Geschäftszentrums der Russlanddeutschen in Kaliningrad ein kurzweiliger Austausch über die Grundlagen der deutschen Phonetik. Wir laden Sie herzlich zu einem offenen Treffen mit Roman Matwejew ein.

  • ANDERE PROJEKTE

    ЗEINE FRAGE STELLEN