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PILAR von Pilchau Jegor Maximowitsch, (1767-1830), Generalmajor

Rubrik: Biographische Beiträge (Personalien) / Vertreter des sozialen Bereichs (Bildung, Medizin)

PILAR von Pilchau Jegor Maximowitsch (Georg Ludwig), (geb. am 19. März 1767; gest. am 8. November 1830 auf dem Landgut Kirna, Ujezd Weißenstein, Gouvernement Estland), Generalmajor (1812). Aus einer Adelsfamilie des Gouvernements Estland, Sohn eines Majors im polnischen Dienst, Magnus Wilhelm Pilar von Pilchau (1734–1801). Am 5. Mai 1780 trat Jegor Maximowitsch im Rang eines Unterfähnrichs in die Artillerie ein. Diente im Bombardierregiment.  Am 13. Mai 1785 erhielt er den Rang eines Unterleutnants mit der Einstellung in das Narwski Infanterieregiment. Wurde am 18. März 1788 in das Wyborgski Infanterieregiment versetzt. Teilnehmer des Russisch-Schwedischen Krieges 1789–1790, kämpfte im August 1789 bei Neuschlott. Erhielt am 15 Mai. 1790 den Rang eines Kapitäns „für die Abwehr der feindlichen Flottille in Talwanemskaja Meerenge“. Am 13. Dezember 1798 wurde er in den Rang eines Majors erhoben. Befand sich im Jahr 1799 im Bestand der russischen Armee in der Schweiz, war in den Kriegshandlungen bei Waldshofen (ausgezeichnet mit dem Orden der Heiligen Anna 2. Klasse), Zürich, Tiesenhofen und Schaffhausen. Hatte ab dem 27. März 180 das Kommando über das Wyborgski Musketierregiment inne. Nahm im Verlauf der Kriegskampagne von 1805 gegen die Franzosen an der Schlacht bei Austerlitz teil (wurde durch eine Gewehrkugel, die durchging, am linken Bein unterhalb des Knies verwundet). Am 23. April 1806 wurde Pilar in den Rang eines Obersts befördert. Während der Militärkampagnen 1806–1807 zeichnete er sich besonders bei Preußisch Eylau aus, wobei seinem Regiment eine entscheidende Rolle zukam – ein unerwarteter Vorstoß gegen den angreifenden Feind veränderte den Verlauf der Schlacht und die Franzosen wurden in die Ausgangsstellungen zurückgeworfen. Pilar wurde mit dem Orden des Heiligen Georg 4. Klasse und dem preußischen Orden „Für das Verdienst“ ausgezeichnet. Daraufhin kämpfte er am Passarga-Fluss und bei Königsberg. Ab dem 21. Januar 1809 war er Regimentsinhaber des Wilenski Musketierregiments (ab 19. Oktober 1819 34-es Jägerregiment). War während des Russisch-Türkischen Krieges 1806–1812 in Kriegshandlungen und Kämpfen bei Schumla,  Pasardschik, Rutschschuk im Einsat. Führte ab 1810 Oberbefehl über die Jägerbrigade der 4. Infanteriedivision. Im Jahr 1812 war er mit der Brigade im Bestand des 2. Infanteriekorps der 1. Westlichen Armee, nahm an den Gefechten bei Witebsk, Smolensk (Goldener Degen mit der Inschrift „Für Tapferkeit“) und Walutina Gora teil.  Schlug in der Schlacht von Borodino an der Spitze seines Regiments Attacken des Feindes im Zentrum der Aufstellung zurück, wurde am 21. November für die Bewährung vor dem Feind mit dem Rang eines Generalmajors (mit Dienstalter vom  26. August 1812) geehrt. Nahm an den Kämpfen bei Tarutin (Diamantenabzeichen zum Orden der Heiligen Anna 2. Klasse), Wjasma, und Krasnyj (Orden der Heiligen Anna 1. Klasse) teil. In der Kriegskampagne von 1813 befand er sich in den Kämpfen bei Lützen, Bautzen (Orden des Heiligen Georg 3. Klasse), bei Lebau, Gochkirchen, Niederputzkau (Goldener Degen mit der Inschrift „Für Tapferkeit“, verziert mit Diamanten). Hatte ab dem Juli 1813 das Kommando über die 17. Infanteriedivision. Zeichnete sich in der Schlacht bei Leipzig aus (Diamantenabzeichen zum Orden der Heiligen Anna 1. Klasse und Schwedischer Schwert-Orden 1. Klasse). In der Folgezeit eroberte er, den Befehl über eine „besonders beauftragte Kampfeinheit führend“, Andernach. Befand sich in der Kampagne von 1814 bei der Blockade von Mainz, war bei den Kriegshandlungen gegen den Feind bei Reims im Einsatz, Teilnehmer der Einnahme von Paris. Für die Bewährung vor dem Feind in diesen Unternehmungen wurde Pilar mit dem Orden des Heiligen Wladimir 2. Klasse und mit dem preußischen Roter-Adler-Orden 2. Klasse ausgezeichnet. War daraufhin Kommandeur von Infanteriebrigaden. Am 8. November 1817 wurde er mit Uniform und Vollgehaltsrente in den Ruhestand versetzt.

Ebenfalls ausgezeichnet mit dem preußischen Orden „Für das Verdienst“.

War ab 1803 mit Anna Fjodorowna (Johanna Agneta, geb. von Hesse, 1779–1847) verheiratet. Aus dieser gingen drei Söhne und zwei Töchter hervor.

Literatur

Отечественная война 1812 года и освободительный поход русской армии 1813–1814 годов. Т. 3. М., 2012. С. 96–87.

Archive

РГВИА. Ф. 474. Оп.1. Д. 90. Л. 57–68.

Autoren: Besotosny W.

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