JOHAN, Friedrich Friedrichowitsch, * 6. Mai 1927 in Gnadenfeld (Kanton Eckheim, Gebiet Saratow). Schlosser und künstlerischer Leiter eines Zirkuskollektivs.
Johan entstammte einer russlanddeutschen Familie. Seine Eltern Friedrich Konstantinowitsch (*1904) und Emilia Genrichowna Johan, geborene Jäger (*1905) hatten insgesamt fünf Kinder. Der Vater arbeitete als Maschinenschlosser in der Kolchose, die Mutter in einer Milchfabrik.
1941 war Johans älterer Bruder mit dem Vater in der Sondersiedlung in Krasnoturinsk (Gebiet Swerdlowsk), während er selbst mit seiner Mutter und den jüngeren Geschwistern in das Dorf Makruscha (Ragion Krasnojarsk) kam.
1946 war die Familie wieder vereint und lebte in der Sondersiedlung in Krasnoturinsk. Im gleichen Jahr startete Johan in der Turbinenhalle des Heizkraftwerks Bogoslowsk ins Arbeitsleben. 1951 fing er bei den Krasnoturinsker Elektroreparaturwerkstätten an, wo er bis 1991 als Schlosser tätig war. Er arbeitete erfolgreich, war einer der innovativsten „Rationalisierer“ seiner Werkstatt und wurde mit den Abzeichen „Musterarbeiter des Sozialistischen Wettbewerbs“, „Für Erfolge bei der Einführung neuer Technik“ sowie mit der Medaille „Für heldenhafte Arbeit im Großen Vaterländischen Krieg. 1941-45“ (1993, AU// 855018), mit der Jubiläumsmedaille „Für heldenhafte Arbeit“ zum 100. Geburtstag W.I. Lenins und mit dem „Ehrenabzeichen“ (1971, Nr. 746552) ausgezeichnet. Im Jahr 1994 erhielt Johan eine Bescheinigung, dass er sich in den Jahren 1941-56 in der Sondersiedlung befunden habe und vollständig rehabilitiert sei (14.03.1994, Nr. 13/1149-93).
Von 1947 an war Johan im Akrobatenzirkel des Kulturhauses des Bogoslowsker Aluminiumwerks aktiv. Von 1955 an war er Leiter einer Zirkustruppe, die als eine der ersten im Gebiet den Rang eines Volkskollektivs erhielt und nicht nur in der ganzen Stadt, sondern auch über die Grenzen des Gebiets Swerdlowsk hinaus bekannt und beliebt war. Alljährlich trat die Truppe in der Arena des Swerdlowsker Zirkus auf. Mehrfach gastierte sie auch in Moskau auf der Bühne des Säulensaals im Haus der Gewerkschaften, im Zentralen Haus der Sowjetischen Armee, auf der Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft (WDNCh), im Kongresspalast des Kreml und im Bolschoi-Theater sowie auf zahlreichen Festivals der Zirkus- und Laienkunst. Johan und seiner großartigen Truppe waren Artikel in der Zeitung „Neues Leben“, in der Zeitschrift „Laienkunst“ sowie in den regionalen Zeitungen „Morgenröte des Ural“ und „Der Aluminiumarbeiter“ gewidmet.
1975 trat Johan eine Arbeit im Palast der Pioniere und Schulkinder von Krasnoturinsk an und gab weiter regelmäßig Gastspiele in Russland. 1977 erschien im Swerdlowsker Kinostudio der Film „Wie kann man den Zirkus nicht lieben“ (Regie: B.A. Skopez) über die Zirkustruppe des Palasts der Pioniere.
Die Stadt brachte ihrem berühmten Sohn hohe Wertschätzung entgegen: 1996 wurde Johan die Ehrenbürgerwürde der Stadt Krasnoturinsk verliehen. Viele Mitglieder seiner Zirkustruppe blieben der Zirkuskunst ein Leben lang treu: der Leiter der in Karpinsk ansässigen Zirkustruppe „Grün“ W. Grün (lebt heute in Deutschland), Preisträger zahlreicher Russischer und Internationaler Wettbewerbe, die Leiterin der Zirkustruppe des Bogoslowsker Aluminiumwerks A. Uljanowa, heute Artistin des Moskauer Zirkus. Mit Artisten des Moskauer Zirkus standen auch E. Schmidt, L. Strelba, T. und K. Kostjuk, S. Ostrowerchowa und viele andere gemeinsam auf der Bühne.
Johan war mit Iraida Wsewolodowna Chasina (*4. Dezember 1927) verheiratet, die im Alter von 14 Jahren zusammen mit ihrer Mutter Emma Dawydowna Root im Ersten Lagerpunkt Solikamsk war und später rehabilitiert wurde.
Aus der Ehe stammen die Tochter Ljudmilla (*5. Januar 1958) und der Sohn Juri (*21. Dezember 1953), die beide das Staatliche M.P. Mussorgski-Konservatorium des Ural abschlossen. Juri ist Leiter der Musikalischen Abteilung des Swerdlowsker Sprechtheaters und Komponist. Ljudmilla arbeitet an der Kunstschule Krasnoturinsk als Lehrerin. Johans Enkel und Urenkel leben in Deutschland.
Die Enzyklopädie wurde auf die Initiative der öffentlichen Organisation „Föderale nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen“ (FNKA RD) unter aktiver Beteiligung der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen erstellt. Das Projekt wurde von den Regierungen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Während der Projektdurchführung wurden Geldmittel verwendet, welche gemäß den Anordnungen des Präsidenten der Russischen Föderation und auf der Grundlage von durchgeführten Wettbewerben der „Nationalen Wohltätigkeitsstiftung“, den allrussischen öffentlichen Organisationen die „Gesellschaft „Wissen“, die „Russische Union der Rektoren“ u.a., in den Jahren 2015–2017 als Zuschüsse zugewiesen wurden.
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