WOLKENSTEIN, Sergej Sergejewitsch, * 2. Juni 1900 in Gehöft Chatki (heute Rayon Schischaki, Gebiet Poltawa), † am 19. Mai 1977 in Moskau. Generalmajor der Artillerie, Held der Sowjetunion (1945). Wolkensteins Vorfahren kamen vermutlich zur Zeit Peters I. aus Deutschland nach Russland und waren größtenteils Offiziere. Sein Großvater Alexander Alexandrowitsch war einer der führenden Narodniki (sozialrevolutionäre „Volksfreunde“) der 1870er Jahre. Seine Großmutter Ludmilla Alexandrowna Wolkenstein gehörte ebenfalls den Narodniki an und wurde unter Alexander III. für die Verübung eines Attentats auf den Gouverneur von Charkow in den Fernen Osten verbannt, wo sie im Jahr 1906 starb. Wolkensteins Vater Sergej Alexandrowitsch war Sozial-Demokrat und Publizist. Wolkenstein begrüßte die Oktoberrevolution. 1918 meldete er sich freiwillig zur Roten Armee und nahm als Kommissar einer Artillerie-Division am Bürgerkrieg teil. 1919 trat er in die RKP(b) ein. Nach dem Bürgerkrieg blieb er bei der Armee, wo er verschiedene Kommandoposten bekleidete. 1927 schloss er die Artillerie-Kurse ab, 1935 die M.W. Frunse-Militärakademie, 1939 die Kurse für Höhere Führungskader der Militärtechnischen F.E. Dserschinski-Akademie. Im September 1939 nahm er am Polenfeldzug der Roten Armee teil, in den Jahren 1939–40 am Sowjetisch-Finnischen Winterkrieg. Anschließend war er Chef der Artillerie des 6. Infanteriekorps des Kiewer Militärbezirks und von April 1941 an Chef der 1. Kiewer S.M. Kirow-Rotbanner-Artillerie-Offiziershochschule. Im Juli 1941 war das auf Basis der Hochschule aufgestellte Artillerieregiment an der Verteidigung Kiews beteiligt. Im August 1941 wurde die Schule nach Krasnojarsk evakuiert. Von Dezember 1942 an war S.S. Wolkenstein an der Front: Zunächst auf dem Posten des Stabschefs der Artillerie der Wolchow-Front, anschließend als Kommandeur der 17. Artillerie-Sturmdivision der Reserve des Hauptquartiers des Kommandos des Oberbefehlshabers. Die innerhalb der Wolchow-, der Brjansker, der Woronescher und der Ersten Ukrainischen Front kämpfende Division war an den folgenden Operationen beteiligt: Sprengung des Belagerungsrings um Leningrad, Orlower Offensivoperation (Operation Kutusow), Querung des Dnepr, Kiewer Offensiv- und Kiewer Verteidigungsoperation, Schitomir-Berditschew-Operation, Kesselschlacht von Tscherkassy (Korsun-Schewtschenkowsker Operation), Proskurow-Czernowitzer Operation, Lwiw-Sandomierz-Operation, Weichsel-Oder-Operation, Niederschlesische, Oberschlesische und Prager Offensivoperation und Schlacht um Berlin. Sie war an insgesamt dreißig Durchbrüchen der feindlichen Verteidigungslinien beteiligt. Für ihre besonderen Verdienste bei der Befreiung der Städte Kiew und Schitomir wurde die Division mit den Ehrentiteln „Kiewer“ bzw. „Schitomirer“ Division ausgezeichnet. Die Verbände der Division erhielten insgesamt 26 Dankesurkunden des Oberbefehlshabers und wurden mit insgesamt 39 Orden ausgezeichnet. Der volle Name der Division lautete: 17. Kiew-Schitomirer Artilleriedivision des Leninordens und des zweifachen Suworow-Rotbannerordens 2. Klasse des 1. Artilleriesturmkorps der 3. Gardearmee der 1. Ukrainischen Front. Für seine Beteiligung an der Sprengung des Belagerungsrings um Leningrad wurde Wolkenstein mit dem Rotbannerorden ausgezeichnet und zum Generalmajor ernannt. Für seine Beteiligung der Schlacht um Berlin, dem Durchbrechen der feindlichen Verteidigungslinien an der Neisse südlich von Forst und den Kämpfen um Dresden wurde Wolkenstein am 29. Mai 1945 als Held der Sowjetunion ausgezeichnet. Er nahm an der Siegesparade auf dem Roten Platz in Moskau teil. 1948 schloss Wolkenstein die K.J. Woroschilow-Militärakademie des Generalstabs der Roten Arbeiter und Bauernarmee ab und nahm verschiedene Kommandoposten ein. 1958 schied er aus dem Dienst aus. Ausgezeichnet mit zwei Leninorden, vier Rotbannerorden, dem Suworow-Orden 2. Stufe, dem Kutusow-Orden 2. Stufe, dem Alexander Newski-Orden sowie zahlreichen Medaillen und ausländischen Orden. S.S. Wolkenstein starb am 19. Mai 1977 in Moskau.
Артиллерийский щит // Война. Народ. Победа. 1941-1945. Статьи. Очерки. Воспоминания / Сост. И.М.Данишевский, Ж.В.Таратута.– 2-е изд., доп.– М., 1983.– Кн.2.– С.235-240.
Die Enzyklopädie wurde auf die Initiative der öffentlichen Organisation „Föderale nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen“ (FNKA RD) unter aktiver Beteiligung der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen erstellt. Das Projekt wurde von den Regierungen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Während der Projektdurchführung wurden Geldmittel verwendet, welche gemäß den Anordnungen des Präsidenten der Russischen Föderation und auf der Grundlage von durchgeführten Wettbewerben der „Nationalen Wohltätigkeitsstiftung“, den allrussischen öffentlichen Organisationen die „Gesellschaft „Wissen“, die „Russische Union der Rektoren“ u.a., in den Jahren 2015–2017 als Zuschüsse zugewiesen wurden.
1 14.04.2026
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Künstlerische Abende in Nowosibirsk: Einladung zu den Offenen Begegnungen mit Dmitriy KrelAm 15. und 16. April sind die Gäste des Nowosibirsker Regionalen Deutsch-Russischen Hauses eingeladen, in die faszinierende Welt des künstlerischen Schaffens einzutauchen. Als Wegbegleiter wird Dmitriy Krel auftreten – Mitglied des Künstlerverbandes Russlands, Senior-Dozent am Lehrstuhl für Stil und Image der Russischen Staatlichen Berufs- und Pädagogischen Universität sowie Dozent der Kunstfachschule namens Schadr.
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