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BREITENBACH VON (von Breitenback) Philipp Franz (Filipp Leontjevitsch) (1774–1847), Technologe

VON BREITENBACH (von Breitenback) Philipp Franz (Filipp Leontjevitsch) (* 24. September 1774 in Mainz; † 28. Januar 1847 in Sankt Petersburg), Technologe. Lutheraner.

Ab 1792 diente Breitenbach in Mainz als Assessor des Heiligenstädter Oberlandesgerichts. Ab 1795 war er Mitglied des obersten Zivilgerichts von Erfurt. Von 1800 bis 1804 fürstlicher Senator und Marktherr in Erfurt. B. studierte an den Universitäten in Erfurt und Mainz und ab dem 15. Oktober 1801 an der Universität Göttingen. 1803 wurde er zum Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt. Am 20. September 1804 erlangte B. den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie in Erfurt. 1809 wurde B. außerordentlicher Professor der Kameral- und Finanzwissenschaften an der Erfurter Universität.

Nach Russland zog B. offenbar im Zusammenhang mit dem Beginn der Kriegsereignisse in seiner Heimat. Nachdem er zufällig vom Rücktritt von Professor J. F. Wuttig erfahren hatte, wandte sich B. 1811 an S. J. Rumowskij, den Kurator des Bildungsbezirks von Kasan, mit der Bitte, ihm den Lehrstuhl für Technologie zu überlassen. Am 22. Oktober 1811 wurde er zum ordentlichen Professor für Technologie an der Kasaner Universität berufen. Die Reise nach Kasan stellte sich als schwierig heraus: Wegen des Krieges kehrte Breitenbach aus Danzig nach Erfurt zurück, ließ dort den Großteil der beim ersten Mal mitgeführten Bibliothek zurück (ein weiterer Teil der Bücher wurde etwas später in Leipzig zurückgelassen), war gezwungen sich lange Zeit mit dem abgelaufenen Pass in Radsywyliw aufzuhalten und dann nach Kowel zurückzukehren, wo er Opfer eines Raubes wurde. Von dort aus legte er schließlich den Weg über Kiew nach Moskau zurück, wo er am 4. September 1812 ankam.

An der Kasaner Universität lehrte Breitenbach Technologie, Landwirtschaft und Forstwissenschaft (ab dem Frühling 1817). Bei seinen Vorlesungen hielt er sich an die deutschsprachigen Aufsätze J. Beckmanns (zu der Zeit waren diese bereits „moralisch überholt“ und behandelten nicht die wichtigsten Produktionsweisen), das Forstwesen lehrte er aber anhand seiner eigenen Hefte. 1815 nahm Breitenbach die russische Staatsangehörigkeit an, im selben Jahr wurde er zum Mitglied des Bildungskomitees gewählt. Vom 13. September 1817 bis zum 5. Juni 1819 hatte er die Stelle eines Studenteninspekteurs inne. In den Jahren 1815 und 1817 unternahm B. Reisen in das Gouvernement Orenburg zur Besichtigung der Bildungsanstalten. Am 5. August 1819 wurde B. im Zuge der Massenentlassungen durch M. L. Magnizkij mit der Formulierung „hält die Vorlesungen auf eine höchst unzureichende Weise, in deutscher Sprache“ aus seiner Position an der Kasaner Universität entlassen.

Am 13. August 1821 wurde B. zum Direktor des Forstinstituts („Форст-институт“) in Sankt Petersburg, welches 1829 wieder umbenannt wurde (zu „Лесной институт“ – ebenf. Forstinstitut). Diese Position behielt Breitenbach bis 1837, als er, im Zusammenhang mit der Reformierung des Instituts nach dem Muster von militärischen Bildungsanstalten, im Rang eines Staatsrates entlassen wurde, wobei ihm die volle Rente von 5000 Rubel zugebilligt und er dem Finanzministerium zugeordnet wurde.

In Kasan heiratete Breitenbach die Adelige Anne Berstel (* 30. Oktober/10. November 1796; † 16./28. Januar 1839 in Sankt Petersburg). Am 30. Dezember 1840 wurde B. in das Adelsbuch des Gouvernements Kasan eingetragen. Ins Adelsbuch kamen als Erbadlige auch die drei Töchter Breitenbachs, welche nach 1816 geboren wurden: Katherina-Elisabeth, Elisabeth-Helena und Maria-Teresa. Nach seiner Ankunft in Kasan bezog Breitenbach zunächst eine Wohnung im Hauptgebäudekomplex der Universität. Am 3. September 1815 verlor die Familie bei einem Brand Eigentum im Wert von 6000 Rubel, dabei gingen auch alle Bücher verloren. Möglicherweise hatte das negative Auswirkungen auf Breitenbachs wissenschaftliche Arbeit, da die Bibliothek der Kasaner Universität ausgesprochen arm an Hand- und Lehrbüchern in seinem Fachgebiet war. Später bewohnte die Familie das steinerne Haus des Kollegiensekretärs Iwanov, im zweiten Häuserblock der Ljadskaja Straße in Kasan.

Breitenbach wurde auf dem lutherischen Wolkowo-Friedhof in Sankt Petersburg beerdigt.

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ÜBER DIE ENZYKLOPÄDIE

Die Enzyklopädie wurde auf die Initiative der öffentlichen Organisation „Föderale nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen“ (FNKA RD) unter aktiver Beteiligung der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen erstellt. Das Projekt wurde von den Regierungen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Während der Projektdurchführung wurden Geldmittel verwendet, welche gemäß den Anordnungen des Präsidenten der Russischen Föderation und auf der Grundlage von durchgeführten Wettbewerben der „Nationalen Wohltätigkeitsstiftung“, den allrussischen öffentlichen Organisationen die „Gesellschaft „Wissen“, die „Russische Union der Rektoren“ u.a., in den Jahren 2015–2017 als Zuschüsse zugewiesen wurden.

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