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ARTIKEL
Kanton Ternowka

KANTON TERNOWKA, auf dem östlichen Ufer der Wolga gelegene, im Süden und Osten an die Stadt Engels angrenzende, in den Jahren 1938-41 bestehende Gebietskörperschaft der ASSR der Wolgadeutschen. Flache Steppenlandschaft, die sich an den Wolgaauen entlangzieht. Hauptort des Kantons war das Dorf Kwasnikowka. Die Entfernung zur Hauptstadt der ASSR der Wolgadeutschen Engels betrug dreizehn Kilometer über eine Naturstraße. Über das Gebiet des Kantons verlief in ost-westlicher Richtung die Eisenbahnlinie Saratow-Uralsk, deren größter Haltepunkt Anissowka war.

Fläche (nach Stand zum 1. Januar 1941): 1180,9 Quadratkilometer.

Flächennutzung: 66.200 Hektar Ackerland; 9.500 Hektar Wiesenflächen; 11.300 Hektar Weideland; 8.600 Hektar Wald- und Buschflächen; 7.500 Hektar Wasserflächen; 5.200 Hektar Höfe; 2.300 Hektar Gemüsegärten; 100 Hektar Obstgärten; 7.300 Hektar sonstige Flächen.

Bevölkerung: 17.900 Einwohner, davon 15% Deutsche (9.100 Männer und 8.800 Frauen). Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner pro Quadratkilometer. Auf dem Gebiet des Kantons gab es zehn Dörfer, von denen Anissowka, Generalskoje, Smelowka, Ternowka, Kwasnikowka und Schumejka die größten waren. Es gab fünf Dorfsowjets und einen Siedlungssowjet der Sowchose Nr. 104.

Die Industrie des Kantons bestand aus siebzehn staatlichen, einem genossenschaftlichen (Produktionsgenossenschaft) und 46 kleineren Kolchosbetrieben. Hauptindustriezweige waren die Holzverarbeitung (Thälmann-Kombinat) sowie die Nahrungsmittelproduktion (zwei Molkereien und eine Mühle). In den Betrieben des Kantons waren insgesamt 314 Arbeiter beschäftigt, von denen 212 in den staatlichen, zwei in der Genossenschaft und alle übrigen in den Kolchosbetrieben tätig waren.

 

Saatfläche (in Hektar)

Landwirtschaftliche Kulturen

 

Insgesamt

in Sowchosen

in Kolchosen

Getreide

Industriepflanzen

Gemüse und Kürbisgewächse, davon Kartoffeln

Futterpflanzen

34 384

2588

1265

287

9866

9453

25

229

33

4145

36851

2554

442

120

5200

 

Viehbestand (nach Zählung von 1940)

Tierart

Zahl der Tiere

davon

 

 

in Sowchosen

in Kolchosen

bei den Kolchosbauern

Rinder,

davon:

– Kühe

– Ochsen

Schafe und Ziegen

Schweine

Pferde

Kamele

7384

 

3141

765

9248

2057

1134

94

1448

 

513

12

274

560

322

2950

 

722

753

4859

644

620

72

1775

 

1095

2632

400

2

             

Die bäuerlichen Wirtschaften waren zu 100 % kollektiviert und in elf Kolchosen zusammengeschlossen. Insgesamt hatten die Kolchosmitglieder 1.956 Wirtschaften. Auf dem Gebiet des Kantons gab es die Fleisch produzierende Sowchose Nr. 104, eine Sowchose für die Kaninchenzucht und eine auf den Gemüseanbau spezialisierte Sowchose.

Die Kolchosen wurden von zwei Maschinen-Traktoren-Stationen bedient, die in Kwasnikowka und Engels angesiedelt waren und über 150 Traktoren (davon 33 Raupenfahrzeuge), 63 Mähdrescher und vierzehn Lastwagen verfügten. In den Kolchosen gab es 41 Automobile. Die Fleisch-Sowchose Nr. 104 verfügte über 25 Traktoren, neun Mähdrescher und vier Automobile. In dieser Sowchose waren 344 Arbeiter tätig, von denen 52 Saisonkräfte waren. Die Kaninchenzucht-Sowchose hatte fünf Traktoren, einen Mähdrescher und zwei Automobile und beschäftigte 58 Arbeiter, von denen 6 Saisonkräfte waren. In der Gemüseanbau-Sowchose kamen elf Traktoren, ein Mähdrescher und zwei Automobile zum Einsatz. Hier waren 177 Arbeiter beschäftigt, von denen 22 Saisonkräfte waren. Die durchschnittliche Ackerfläche pro Kolchose lag bei 2.381 Hektar.

138 Hektar Ackerland wurden künstlich bewässert.

In den Kolchosen gab es insgesamt 46 Viehbetriebe (jeweils elf Rinder- bzw. Schaffarmen, zehn Schweinefarmen, zwei Pferdehöfe, neun Geflügelfarmen und drei Kaninchenfarmen.

Im Kanton gab es vierzehn Schulen (acht Grund-, vier Siebenklassen- und zwei Mittelschulen), die von insgesamt 3.153 Schülern besucht wurden, zwei Kindergärten (mit 20 Plätzen), eine Kinderkrippe (mit 20 Plätzen), zwei Lesehütten, sieben Kolchosklubs, einen Gewerkschaftsklub und sieben von anderen Organisationen eingerichtete Klubs, sechs Bibliotheken (mit einem Bestand von insgesamt 23.700 Büchern) sowie drei mobile Filmvorführanlagen. Die Zeitung „Leninski Put“ [Der Leninsche Weg] erschien in russischer Sprache.

Einrichtungen des Gesundheitswesens: ein Krankenhaus (mit 18 Betten), vier Ambulanzen, vier Sanitäts- und Geburtshilfepunkte, drei Kolchos-Geburtshäuser (mit gerade einmal neun Betten), ein Medizinischer Konsultationspunkt und zwei Apotheken.

Im Kanton gab es ein Post- und Telegrafenbüro mit drei Außenstellen in den Dörfern, eine Telefonstation mit fünfzig Anschlüssen sowie eine Rundfunkanlage mit einer Leistung von 40 Watt und insgesamt 81 Anschlüssen.

Der Kantonsparteiorganisation der WKP(b) gehörten nach Stand zum 1. Januar 1940 267 Personen an (darunter 35 Frauen), von denen 172 Mitglieder und 95 Kandidaten für eine Mitgliedschaft in der Partei waren. Es gab siebzehn Basisorganisationen der Partei und vier Kandidatengruppen. Im Kanton gab es 644 Komsomolzen (darunter 263 Frauen), die in 32 Basisorganisationen des Komsomol zusammengeschlossen waren. Im Komsomol des Kantons arbeiteten 19 Kommunisten.

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ÜBER DIE ENZYKLOPÄDIE

Die Enzyklopädie wurde auf die Initiative der öffentlichen Organisation „Föderale nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen“ (FNKA RD) unter aktiver Beteiligung der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen erstellt. Das Projekt wurde von den Regierungen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Während der Projektdurchführung wurden Geldmittel verwendet, welche gemäß den Anordnungen des Präsidenten der Russischen Föderation und auf der Grundlage von durchgeführten Wettbewerben der „Nationalen Wohltätigkeitsstiftung“, den allrussischen öffentlichen Organisationen die „Gesellschaft „Wissen“, die „Russische Union der Rektoren“ u.a., in den Jahren 2015–2017 als Zuschüsse zugewiesen wurden.

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NACHRICHTEN
RUSDEUTSCH
  • 1 27.02.2026

    Kulturhistorisches Seminar – 2026: Die Bewerbungsphase ist eröffnet!

    Vom 22. bis 26. April 2026 findet im Deustch-Russischen Haus in Moskau das XI. jährliche kulturhistorische Seminar statt, der der Geschichte, Kultur und den aktuellen Entwicklungsprozessen der Russlanddeutschen gewidmet ist. Das Projekt findet im Jahr der Einheit der Völker Russlands statt und bringt Studenten, junge Forscher und Wissenschaftler aus Russland, den GUS-Staaten und Deutschland zusammen.

  • 1 26.02.2026

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    Das Jubiläumsprogramm zu Ehren des 90. Geburtstags von Anna German vereint ihre unvergesslichen Lieder, persönliche Briefe und Erinnerungen und lässt die Stimme der Sängerin, die zum Symbol für Aufrichtigkeit, Zärtlichkeit und Liebe geworden ist, in neuem Glanz erstrahlen.

  • 1 24.02.2026

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    „Tolles Diktat 2026“ wurde online gestartet: Die deutsche Sprache vereinte Tausende Teilnehmerinnen und Teilnehmer im ganzen Land

    Am 20. Februar fand die traditionelle Online-Übertragung der Gesamtrussischen offenen Aktion „Tolles Diktat“ statt, die bereits zum 14. Mal deutsche Sprachliebhaberinnen und -liebhaber in ganz Russland vereinte. Sie bot die Gelegenheit, das eigene Können zu testen und Teil einer großen Sprachgemeinschaft zu werden.

  • 1 20.02.2026

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    2026 findet die Gesamtrussische offene Aktion „Tolles Diktat“ zum 14. Mal statt (vom 16. bis 28. Februar)! Die Idee entstand in Tomsk: Das erste Diktat auf Deutsch wurde von Schülern der sibirischen Stadt geschrieben. Damals hätte sich jedoch niemand vorstellen können, dass die Veranstaltung einmal landesweit und dank ihres Online-Formats sogar international Verbreitung finden und Deutschbegeisterte aus verschiedenen Städten und Ländern zusammenbringen würde.

  • 1 19.02.2026

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    Am 16. Februar startete in Moskau die offene gesamtrussische Aktion „Tolles Diktat“. Die Aktion ist an den Internationalen Tag der Muttersprache der UNESCO geknüpft, der am 21. Februar begangen wird. In diesem Jahr findet das Diktat vom 16. bis 28. Februar statt. Die Teilnahme steht allen offen, die sich für die deutsche Sprache und die Kultur der Russlanddeutschen interessieren.

  • 1 18.02.2026

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    Dialekte der Russlanddeutschen: Offenes Treffen mit Julia Sosljuk

    Am 24. Februar findet in Kaliningrad ein offenes Treffen mit linguistischem Schwerpunkt statt, das den Dialekten der Russlanddeutschen gewidmet ist. Die Gäste erwartet eine spannende Veranstaltung, die von Julia Sosljuk, Leiterin des Clubs „Kulturcode der Russlanddeutschen“, Fremdsprachenlehrerin und Dialektologin, moderiert wird.

  • 1 18.02.2026

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    Am 19. Februar lädt das Kultur- und Geschäftszentrum der Russlanddeutschen in Jekaterinburg zur Eröffnung der Ausstellung „Erbe in Farben“ ein, die sich mit der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Geschichte und dem kulturellen Erbe der Russlanddeutschen in der Wolgaregion befasst.

  • 1 18.02.2026

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  • 1 18.02.2026

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    Das neue offene Treffen mit der Kinderbuchautorin Olga Kolpakowa widmet sich Märchen, Karnevalskultur und dem spielerischen Erlernen der deutschen Sprache. Die Gäste erwarten neue Sichtweisen auf bekannte Geschichten und die Atmosphäre eines fröhlichen Märchenfestes.

  • 1 13.02.2026

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    Eröffnung der Einzelausstellung von Alexander Popp „Sibirien. Horizonte und Gesichter“

    Eine neue Ausstellung im Deutsch-Russischen Haus in Moskau lädt den Besucher zu einer Reise durch die majestätischen Weiten Sibiriens und die einzigartige Kunstwelt des herausragenden Meisters, Mitglieds der Russischen Künstlervereinigung und der Kreativvereinigung der Russlanddeutschen, Alexander Alexandrowitsch Popp, ein. Die Ausstellung ist anlässlich des in der Russischen Föderation ausgerufenen Jahres der Einheit der Völker Russlands organisiert worden.

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