KANTON SEELMANN, Gebietskörperschaft im Autonomen Gebiet (1922–23) bzw. in der ASSR (1924–41) der Wolgadeutschen (bis 1926 Kanton Rownoje). Kantonszentrum: Seelmann (Rownoje). Nach Stand zum 1. Januar 1941 hatte der Kanton eine Fläche von 1655,1 km2 und 30.500 Einwohner, davon 87,5% Deutsche. 15.300 Männer und 15.200 Frauen. Bevölkerungsdichte: 18,4 Einwohner pro km2. Auf dem Gebiet des Kantons lagen zwölf Dörfer. Flächennutzung (in Tausend Hektar): Ackerland – 110,4; Wiesen – 8; Weideland – 29,8; Wald – 3,7. Von den 165.500 Hektar Land des Kantons gehörten 138.300 Hektar den Kolchosen und 18.900 Hektar den Sowchosen.
In Industrie und Gewerbe des Kantons gab es 20 staatliche, 17 genossenschaftliche und 78 kleinere Kolchosbetriebe. Hauptzweig war die Produktion von Mehl, Butter und Käse. In den Betrieben des Kantons waren 518 Arbeiter beschäftigt, davon 155 in den Staatsbetrieben.
Die Kollektivierungsquote lag bei 100%, 4.146 bäuerliche Wirtschaften waren in 23 Kolchosen zusammengeschlossen. Die Kolchosen wurden von drei Maschinen-Traktoren-Stationen bedient (Seelmann, Wiesenmiller und Brunnental), die über 315 Traktoren, 96 Mähdrescher und 22 Lastkraftwagen verfügten. In den Kolchosen gab es 40 Lastkraftwagen. Auf dem Gebiet des Kantons lag die Milch- und Fleisch-Sowchose Nr. 102, in der bis zu 250 Arbeiter beschäftigt waren. Es gab 34 Traktoren, zehn Mähdrescher und sechs Kraftwagen.
Die Saatfläche des Kantons betrug 78.831 Hektar, von denen über 71.415 Hektar den Kolchosen und über 6.488 Hektar der Sowchose gehörten. Die Saatflächen wurden folgendermaßen genutzt: für Getreidekulturen - 58.300 Hektar, für Industriepflanzen - 7.253 Hektar, für Gemüse, Melonen und Kürbisgewächse - 1.640 Hektar, für Futterpflanzen - 11.558 Hektar. Die durchschnittliche Saatfläche pro Kolchose lag bei 3.571 Hektar. Der durchschnittliche Ernteertrag für Getreide lag in den Jahren 1935–40 bei 5,3 Doppelzentnern pro Hektar. 543 Hektar wurden künstlich bewässert.
Viehbestand im Kanton (nach Zählung von 1940):
|
Tierart |
insgesamt |
in den Kolchosen |
in der Sowchose |
privates Vieh |
|
Rinder |
10 935 |
4792 |
1691 |
4452 |
|
Schafe und Ziegen |
1369 |
6301 |
727 |
6667 |
|
Schweine |
3741 |
1620 |
– |
2121 |
|
Pferde |
2160 |
1740 |
110 |
2 |
In den Kolchosen gab es 100 Farmen, davon jeweils 23 Rinder-, Schaf- und Schweinefarmen, drei Pferdehöfe, 23 Geflügelfarmen und fünf Kaninchenfarmen.
Im Kanton gab es drei Grundschulen, zwölf Siebenklassenschulen und eine Mittelschule mit insgesamt 5.969 Schülern. Es gab eine Pädagogische Fachschule mit 481 Studenten sowie eine Berufs-Fabrikschule für Butterherstellung (52 Lernende) und zwei Kindergärten für 22 Kinder.
Kantonsführung (Stand zum 1. Januar 1941):
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Posten |
Name |
Geburtsjahr |
Bildungsstand |
Parteimitglied seit |
Nationalität |
Amtszeit |
|
1. Sekretär des Kantonsparteikomitees der WKP(b) |
P.F. Krysenko |
1904 |
Grundschule |
1929 |
Ukrainisch |
1938 |
|
2. Sekretär des Kantonsparteikomitees der WKP(b) |
D.F. Lichtenwald |
1908 |
Grundschule |
1931 |
Deutsch |
1940 |
|
Vorsitzender des Kantonsexekutivkomitees |
P.I. Moser |
1899 |
Grundschule |
1929 |
Deutsch |
1937 |
|
Chef der Kantonsabteilung des NKWD |
I. Klimow |
1906 |
Grundschule |
1929 |
Russisch |
1939 |
19 Klubs, elf Lesehütten, sechs Bibliotheken, ein Kino mit 300 Plätzen. Es erschien die Kantonszeitung „Kollektivist“ in deutscher und russischer Sprache. Eine Rundfunkzentrale mit einer Leistung von neun Watt bediente 212 Rundfunkanschlüsse. Im Gesundheitswesen gab es zwei Krankenhäuser mit 70 Betten, drei Ambulanzen, vier Sanitäts- und Geburtshilfepunkte, zwei Entbindungsstationen mit zwölf Betten, ein zahnärztliches Kabinett, ein Röntgenkabinett, eine Erste-Hilfe-Station und eine Malaria-Station sowie zwei Apotheken. Es gab zwei Kinderkrippen mit 50 Plätzen.
Die Kantonsparteiorganisation der WKP(b) hatte 197 Mitglieder, 153 Kandidaten für die Parteimitgliedschaft, 29 Basisparteiorganisationen und sieben Kandidatengruppen. Es gab 350 Komsomolzen und 60 Basisorganisationen des Komsomol.
Die Enzyklopädie wurde auf die Initiative der öffentlichen Organisation „Föderale nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen“ (FNKA RD) unter aktiver Beteiligung der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen erstellt. Das Projekt wurde von den Regierungen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Während der Projektdurchführung wurden Geldmittel verwendet, welche gemäß den Anordnungen des Präsidenten der Russischen Föderation und auf der Grundlage von durchgeführten Wettbewerben der „Nationalen Wohltätigkeitsstiftung“, den allrussischen öffentlichen Organisationen die „Gesellschaft „Wissen“, die „Russische Union der Rektoren“ u.a., in den Jahren 2015–2017 als Zuschüsse zugewiesen wurden.
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