Kulturerbesammlung der Russlanddeutschen in der Bibliothek der Nord-Dakota Staatlichen Universität, Fargo, Nord Dakota, USA (Germans from Russia Heritage Collection (GRHC), North Dakota State University Libraries, Fargo, North Dakota, USA) – eine gemeinnützige Gesellschaft, eine bedeutendste Sammlung und ein Archiv zur Bewahrung und Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen, das ihren Schwerpunkt bei den auf Bessarabien-, Schwarzmeer, Krim-, Dobrudscha- und Wolhynien-Deutschen hat. GRHC hat sich seit der Gründung im Jahre 1978 zu einer der größten Sammlungen der umfangreichen Bestände der Russlanddeutschen in den USA entwickelt.
Seit 1950 befasste sich das Nord-Dakota Institut für regionale Forschung an der Staatlichen Universität aktiv mit der Sammlung, Aufbewahrung und Bereitstellung von Manuskripten, Bilder und veröffentlichten Werken, die der Alltag der nord-dakotischen Volksgruppen, insbesondere der Deutschen aus Russland, dokumentieren. Um die Geschichte und Kultur der Deutschen aus Russland zu bewahren, wurde 1978 auf Initiative des Universitätsbibliografen (seit 1967) Michael M. Miller die Gesellschaft „Kulturerbesammlung der Russlanddeutschen“ am Nord-Dakota Institut für regionale Forschung auf dem Campus der Nord-Dakota Staatlichen Universität gegründet. Der Schwerpunkt des GRHC lag schon damals auf Bessarabien und Schwarzmeerdeutschen sowie deren Nachkommen in Nord Dakota und im Norden den USA. Im Juli 1978 besuchte Dr. Karl Stumpp (Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Stuttgart, Deutschland) die Nord Dakota Universität, um Bücher für die Sammlung zu spenden und an der Internationalen Treffen der Russlanddeutschen in den USA teilzunehmen. 1987 veröffentlichte das Institut, aufgrund der Notwendigkeit, ein Referenzwerkzeug für die Sammlung bereitzustellen, die kommentierte Bibliographie „Forschung der Russlanddeutschen“ („Researching the Germans from Russia“). 1989 wurde die erste Wanderausstellung „Die Deutschen aus Russland“ fertiggestellt.
Dank der langjährigen Forschungsarbeit vieler Forscher sowohl in den USA als auch in Kanada wurden umfangreiche Information zu allen Herkunftsgebieten des ehemaligen Russischen Reiches zusammengetragen, insbesondere zur Familienforschung und Genealogie. Die Mission des GRHC ist das Kulturerbe der Russlanddeutschen sammeln, dokumentieren, bewahren, ausstellen, übersetzen, veröffentlichen, fördern und zugänglich für die breite Öffentlichkeit machen. Auf der Grundlage zeitgenössischer historischer Analysen legt das GRHC zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes den Schwerpunkt auf die Lebendigkeit, die Dynamik und die Variabilität der Traditionen. Die umfangreiche Sammlung befindet sich in der Bibliothek der Nord-Dakota Staatlichen Universität (27.000 Karteien, 100.000 biografischen Skizzen, 20.000 Fotoabzüge, 15.000 Negative und 6.000 Farbdias). Die Sammlung umfasst Bücher und Zeitungen, Karten und Mikrofilme, Fotografien und Briefe, Urkunden und Kleidungsstücke. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung Marie Rudel Portner gegründet, um privat die Finanzierung der Sammlung zu unterstützen. 2001 gründete Frau Gisela Schilling Keller gründete Kellerrode-Fonds, um die Ressourcen für Verlagsprojekte bereitzustellen. Im April 2003 hat GRHC der Universität in Valley City eine Sammlung von verschiedenen russlanddeutschen Quellen gestiftet, darunter Bücher, Unterrichtsmaterialien, Landkarten und Videokassetten.
Das GRHC-Archiv bietet zahlreiche Ressourcen für wissenschaftliche Forschungen, darunter Familiengeschichten, Informationen zur Kultur, Karten und Sondersammlungen, wie z. B.: Walter und Alice Riedlinger Essig „Gemeinde- und Kreisgeschichten von Familien in North und South Dakota“, Thomas J. Hoffman „Russlanddeutsche Katholiken in Europa und Nordamerika“, Herbert Poppke „Kulturelle Identifikation“, Gwen Bernice Black Pritzkau „Genealogische Forschung“, Ernest E. Zeiszler „Evangelisch-lutherische Familien der Russlanddeutschen auf der Krim“ u.a. GRHC verfügt über mehrere historische Fotosammlungen, darunter die Kollektionen von Graf-Buck, Kusler-Grosz, Baumgartner, Fischer-Masterson und Marguerite (Bullinger-Gustin) u.a.
Zurzeit hat GRHC seine Aktivitäten und Projekte um folgende Bereiche erweitert: Audio-Interviews zur mündlichen Geschichte, Kleidung und Textilien, Dakota Zeitzeugen-Projekt, online Diskussionsgruppen, Bildungsreisen in die Ukraine und nach Deutschland, Informationsprogramme, Fotoarchive, Veröffentlichungen und Übersetzungen. GRHC hat wertvolle Kontakte zu Professoren, Archivaren und Gelehrten in den GUS-Staaten. Neben der wissenschaftlichen Forschung, Konferenzen und Tagungen organisiert GRHC seit 1996 spezielle Touren für Einzelpersonen und Familien, die von den USA und Kanada nach Deutschland und Ukraine, reisen möchten. Delegationen des GRHC waren schon mehrmals in Deutschland bei den Bundestreffen der Deutschen aus Russland, in der Ukraine, in Russland, um Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. Die Gesellschaft hat drei professionelle Mitarbeiter und viele Freiwillige, sowohl die Wissenschaftler als auch die Studenten. Von großer Bedeutung ist die Übersetzungsarbeit für die GRHC-Publikationen und Webseiten der Ehrenamtlichen (wie z.B. die Familie Herzog). Als Direktor amtierte, seit 1978 Michael M. Miller.
Die Enzyklopädie wurde auf die Initiative der öffentlichen Organisation „Föderale nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen“ (FNKA RD) unter aktiver Beteiligung der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen erstellt. Das Projekt wurde von den Regierungen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Während der Projektdurchführung wurden Geldmittel verwendet, welche gemäß den Anordnungen des Präsidenten der Russischen Föderation und auf der Grundlage von durchgeführten Wettbewerben der „Nationalen Wohltätigkeitsstiftung“, den allrussischen öffentlichen Organisationen die „Gesellschaft „Wissen“, die „Russische Union der Rektoren“ u.a., in den Jahren 2015–2017 als Zuschüsse zugewiesen wurden.
1 27.05.2026
Interview
„Das Theater ist kein abbildender Spiegel, sondern ein Brennglas“: Polina Sacharowa über die Kraft der BühnenkunstKann man gleichzeitig als Schauspieler agieren und die Regie für das eigene Stück führen? Was genau versteht man unter einem Mosaik-Theaterstück? Und wie können persönliche Erinnerungen zu einem tragenden Faden im großen „Teppich“ der Geschichte werden? Diese und viele weitere Fragen beantwortete uns Polina Sacharowa – Regisseurin, Schauspielerin und Intendantin des Theaters der Stadt Tjumen „Mimikrija“.
1 26.05.2026
Veranstaltungen
„Leise Worte der Liebe“: Musikalisch-biografischer Abend zum 90. Geburtstag von Anna GermanAm 7. Juni findet im Zentrum für Jugendsozialisierung in Samara das Jubiläums-Musik- und Biografieprogramm „Anna German. Leise Worte der Liebe…“ statt, das dem 90. Geburtstag der legendären Sängerin gewidmet ist. Der Abend findet im Rahmen des Forums-Festivals der Russlanddeutschen statt und vereint Musik, Erinnerungen, Briefe und das gesprochene Wort, sodass die Zuschauer das Schaffen von Anna German auf neue Weise hören und erleben können.
1 26.05.2026
Veranstaltungen
„Erzähl mir eine Geschichte“: Solo-Akustikkonzert von Aljona Pol im Rahmen des Forum-FestivalsAm 8. Juni findet im Zentrum für Jugendsozialisierung in Samara das akustische Solokonzert von Aljona Pol „Erzähl mir eine Geschichte“ statt – ein musikalischer Abend voller lebendiger Klänge, aufrichtiger Gespräche und einer Atmosphäre tiefer emotionaler Verbundenheit. Das Konzert findet im Rahmen des Forums-Festivals der Russlanddeutschen statt und wird zu einer der intimsten und gefühlvollsten Veranstaltungen des Festivalprogramms.
1 25.05.2026
Interview
Chorleiterin Julia Stach und ihr Frauenensemble: Vom „Mütter-Chor“ zur großen TV-Show„Meine Mission ist es, Frauen für die kreative Welt zu begeistern“, sagt die Chorleiterin Julia Stach über sich selbst. Seit fast zehn Jahren leitet sie den Frauen-Coverchor „Pripewotschki“ (dt. „Die Singvögelchen“). Erst kürzlich trat das Ensemble in der bekannten TV-Show „Nu-ka, wse wmeste! Chorom!“ (dt. „Los, alle zusammen! Im Chor!“) auf dem Fernsehsender „Rossija-1“ auf, wo sie sich mit den besten Chören des ganzen Landes maßen.
1 22.05.2026
Offene Treffen
Hochzeit auf deutsche Art: Offenes Treffen über die Hochzeitstraditionen der RusslanddeutschenAm 25. Mai findet im Deutsch-Russischen Haus in Moskau ein offene Treffen mit Dmitrij Weiman statt, das den Hochzeitstraditionen der Russlanddeutschen gewidmet ist. Die Teilnehmer des Treffens lernen den Ablauf einer traditionellen deutschen Hochzeit, ihre regionalen Besonderheiten und ihren historischen Wandel kennen und tauchen anhand von Archivfotos, folkloristischen Materialien und ethnografischen Quellen in die Atmosphäre familiärer Rituale ein.
1 21.05.2026
Interview
Sehen und bemerken – wo liegt der Unterschied? Die visuellste Kategorie des Wettbewerbs „Freunde der deutschen Sprache“Am 27. April startete die Bewerbungsphase für den X. Gesamtrussischen Wettbewerb „Freunde der deutschen Sprache“. Im Jahr 2026 können die Teilnehmenden ihr Können in sechs Kategorien unter Beweis stellen. Wo findet man die Inspiration für die Fotokategorie „Deutsche Spuren: Geschichte im Fokus“? Das erzählen wir Ihnen gemeinsam mit Alexander Schulandt, dem Vorsitzenden des Moskauer Jugendklubs der Russlanddeutschen „Warum бы и nicht“.
1 19.05.2026
Veranstaltungen
Das akustische Solokonzert von Dascha Wiens „Auf der Suche nach sich selbst“Am 27. Mai beschließt das Deutsch-Russische Haus die Kultursaison und läutet den Sommer mit einem herzlichen und authentischen Solokonzert von Dasсha Wiens ein. Die Gäste erwartet ein Abend mit lebendiger Singer-Songwriter-Musik, lyrischen Texten und Gesprächen darüber, wie man mutig seinen Träumen folgt, neue Wege einschlägt und im Trubel des Alltags sein inneres Leuchten nicht verliert.
1 19.05.2026
Wettbewerbe, Ausschreibungen
Annahme von Bewerbungen für Gesamtrussischen Wettbewerb „Russlands herausragende Deutsche – 2026“ gestartet!Die Bewerbungsfrist für den Gesamtrussischen Wettbewerb „Russlands herausragende Deutsche – 2026“ hat begonnen. Das ist eines der größten Projekte, das auf die Bewahrung des historischen Erbes, die Förderung talentierter Vertreter der Gemeinschaft der Russlanddeutschen und die Bekanntmachung ihres Beitrags zur Entwicklung von Kultur, Wissenschaft, Bildung, Sport und gesellschaftlichem Leben des Landes abzielt.
1 18.05.2026
Sport
Kultur- und Sportprojekt für Russlanddeutsche im Gebiet Orenburg erfolgreich beendetVom 30. April bis zum 8. Mai fand im Gebiet Orenburg das „Kultur- und Sprachcamp mit Sportkomponente für Aktivisten aus den Reihen der Russlanddeutschen“ statt. Zu den Teilnehmern des Projekts gehörten die Fußballer der Auswahlmannschaft „RusDeutsch“, die in diesem Jahr ihr 15-jähriges Bestehen feiert.
1 15.05.2026
Nachrichten aus den Regionen
Gemeinsam die Geschichte weiterschreiben: Ethnokulturelles Treffen im Gebiet IwanowoVom 2. bis 7. April hat im Dorf Semigorje des Gebietes Iwanowo eine ethnokulturelle Sprachplattform stattgefunden, die Aktivistinnen und Aktivisten verschiedener Generationen des Zentrums der deutschen Kultur „Hoffnung“ und der Deutschen National-Kulturellen Autonomie „Glauben“ der Stadt Kineschma zusammenbrachte.