AMERIKANISCHE HISTORISCHE GESELLSCHAFT DER DEUTSCHEN AUS RUSSLAND, Lincoln, Nebraska, USA (American Historical Society of Germans from Russia, AHSGR) – eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich der Sammlung, Erhaltung und Verbreitung von Informationen über die Geschichte, das kulturelle Erbe und die Genealogie der Russlanddeutschen und ihrer Nachkommen widmet. AHSGR verfügt über das größte in der westlichen Hemisphäre Informationsarchiv über die Russlanddeutschen.
AHSGR wurde 1968 gegründet und im selben Jahr in Colorado registriert. Erster Präsident – David J. Miller. Am 4. Juni 1970 wurde auf dem Ersten Internationalen Kongress in Greeley, Colorado, bekannt gegeben, dass in Lincoln die erste Niederlassung gebaut wurde. Die Lincoln Niederlassung wurde auf der Initiative von Ruth Amen, Delores Schwartz und Katherine Giebelhouse organisiert. 1973 wurde das AHSGR-Büro nach Lincoln, Nebraska, verlegt. 1974 wurde die internationale Stiftung der AHSGR gegründet, um die Mission der Gesellschaft zu unterstützen und dazu beizutragen. 1983 fand 15. internationale Konferenz in dem neu errichteten internationalen Kulturerbezentrum in Lincoln statt. 1993 wurde der Komplex in Lincoln zum AHSGR Kulturerbe- und Forschungszentrum ernannt.
Die Ziele der Gesellschaft sind: ein Experte in allen Fragen des Russlanddeutschtums zu werden, ein in der ganzen Welt bekanntes Museum zu haben, enge Arbeitsbeziehungen zu allen anderen russlanddeutschen und genealogischen Organisationen mit allgemeinem Profil aufzubauen; aktiv am Leben der Internet-Communities teilnehmen. Laut der Satzung ist das Hauptziel, russlanddeutsches Erbe zu erhalten und zu erweitern. Die Mission der AHSGR – Entdeckung, Sammlung, Erhaltung und gemeinsame Pflege des historischen, kulturellen und genealogischen Erbes der deutschen Siedler im Russischen Reich. Die Gesellschaft hat ein Kuratorium aus 14 Personen und einen Vorstand aus 30 Personen. Für den täglichen Betrieb der Gesellschaft sorgt der Betriebsfonds, der die wichtigste Finanzierungsquelle ermöglicht um das internationale Hauptquartier, Bibliotheks-, Museums- und Campusgelände zu betreiben und die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft zu finanzieren.
AHSGR hat 37 regionale Niederlassungen: 3 in Kanada (Calgary, Edmonton und Distrikt, Regina und Distrikt) und 34 in den Vereinigten Staaten (Arizona – 1, Kalifornien – 5, Colorado – 3, Illinois – 1, Iowa – 1, Kansas – 3, Michigan – 2, Minnesota – 1, Montana – 1, Nebraska – 4, Oklahoma – 2, Oregon – 1, Texas – 1, Utah – 1, Washington, D.C. – 1, Washington – 4, Wisconsin – 2). Die Niederlassungen organisieren eigene Treffen und haben ihre eigenen Bibliotheken. Zu der Organisationsstruktur der Gesellschaft gehört das Netzwerk der verschiedenen Komitees (Archiv-Komitee, Genealogie-Komitee u.s.w.) und das Netzwerk der Siedlungskoordinatoren (Dorfkoordinatoren, Village Coordinator), die ihre Arbeit auf freiwilliger Basis leisten. Sie dienen als Anlaufstelle für Forschung, Siedlungsinformation- und Wissensaustausch, koordinieren die Recherche zu einzelnen Dörfern, pflegen elektronische Datenbanken und beantworten die Anfragen der Forscher. Siedlungskoordinatoren organisieren den Austausch von Einzel- und Familiengeschichten, Video- und Audioaufzeichnungen, Karten, Reiseerfahrungen und anderen Siedlungsinformationen. Einige Siedlungskoordinatoren geben die Bücher, Artikel und andere Publikationen heraus, andere erstellen genealogische Datenbanken. Die Aufsicht und Unterstützung der Siedlungskoordinatoren sind dem Genealogie-Komitee übertragen.
Es gibt fünf Arten der AHSGR-Mitgliedschaft: Jugendmitgliedschaft (bis 14 Jahre bekommen die Kinder und Jugendlichen ein Paket für den Start Ihrer genealogischen Forschung und die vierteljährliche Jugend Zeitung), Studentenmitgliedschaft (15 bis 24 Jahre alt), Standardmitgliedschaft (Stimmrecht, Zugang zu der Bibliothek, Lieferung des vierteljährlichen AHSGR-Journals und des Newsletters und exklusiver Zugang zu der Premier Level Website), Organisationmitgliedschaft und Fördermitgliedschaft (die Fördermitglieder leisten einen zusätzlichen Beitrag zur Forschungsarbeit, Archiv- und Museumspflege). Z.B. spendete Arthur Flegel 25.000 Dollar, um die Stiftung von Arthur E. und Cleora Flegel zu gründen und AHSGR Tätigkeit zu unterstützen.
AHSGR verfügt über eine Genealogie-Datenbank, 1500 Familiengeschichten und eine gegenwärtige Nachnamenbörse mit den Kontaktdaten der Mitglieder. In den Bibliotheks- und Museumssammlungen der Gesellschaft sind alle deutsch-russischen Siedlungsgebiete vertreten. Die Gesellschaft digitalisiert ausgewählte Werke aus dem Bestand der Bibliothek, dem Archiv und stellt sie in den digitalisierten Sammlungen zur Verfügung. Neben aktueller Fachliteratur, die von anerkannten Historikern und Experten geschrieben ist, bietet die Gesellschaft eine herausragende Sammlung historisch wertvoller Quellen (alte Landkarten, amtliche und persönliche Briefe, Protokolle, Zeugnisse, Urkunden u. v. a.). Aus den ausgewählten Dokumenten entwickelt der Expertenteam der Gesellschaft Sammlungen zu bedeutenden geschichtlichen Ereignissen und Themen der Russlanddeutschen, wie z.B. die Sammlung „Amerikanischer Wolga-Hilfsverein (1921–1938)“, die in deutscher Sprache verfasst und die verschiedene Materialien (Briefe, Bevölkerungsstatistik, Spendenlisten, Quittungen; ARA-Bürokorrespondenz, Newsletter; Spendenaufrufe aus Deutschland) zum Hungersnot in Russland 1921–1922 enthält. Tausende Quellen, die durch Vermächtnis, Kauf, Schenkung, Leihgabe erworben wurden oder deren Publikation von der AHSGR finanziert wurde, sind für die Benutzer in der AHSGR Forschungsbibliothek verfügbar. Die AHSGR stellt ihre Bestände über die Fernleihe mit der Hilfe des Referenzdienstes zur Verfügung. Die Gesellschaft veröffentlicht und verteilt historisches und genealogisches Material an ihre Mitglieder.
Der AHSGR-Verlag hat sich seit der Gründung der Gesellschaft zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der Russlanddeustchen lebendig zu vermitteln. Mit unterschiedlichen Produkten bietet der Verlag Geschichte und Genealogie zum Anfassen. Exklusivität und die fachliche Kompetenz gewährleistet die enge Zusammenarbeit mit den bedeutenden Archiven, Forschern und Bibliotheken Russlands, Ukraine und Europas. Der Schwerpunkt der Verlagsarbeit ist die Herausgabe von Listen der Kolonisten und Volkszählungen zur russlanddeutschen Geschichte. Als Europas größter Verlag für Geschichte arbeiten wir weltweit mit großen Museen, Bibliotheken und Archiven zusammen, die uns bei der Zusammenstellung unserer exklusiven Themenmappen unterstützen.
Als Amerikas größter Verlag für Geschichte der Russlanddeutschen veröffentlicht AHSGR hochwertige, bedeutende und oftmals sehr wertvolle Dokumente, die häufig vor der Öffentlichkeit verschlossen sind und von besonders hohem Stellenwert sind. Aufgrund der akribischen Arbeit in den letzten 50 Jahren und internationalen Kontakten hat die Gesellschaft sich so den Zugang zu den Archiven der ganzen Welt und zu ausgesuchten Privatsammlungen erarbeitet.
Seit der Gründung hat die Gesellschaft eigene Presse in Form der Zeitungen und Zeitschriften. Von 1969 bis 1977 wurden von der AHSGR Arbeitshefte (Work Papers) veröffentlicht. Sie enthalten Berichte, Quellen der genealogischen Forschung, Bibliographie, Listen der dem AHSGR-Archiv gespendeten Bücher und andere relevante Information. 1978 wurde der Name der Zeitschrift in „Journal of the American Historical Society of Germans from Russia“ geändert. 1978 bis 1982 wurde das Journal dreimal jährlich veröffentlicht. Seit 1982 gibt es jedes Jahr vier Ausgaben. Vierteljährlich wird auch der AHSGR-Newsletter veröffentlicht, der allgemeine Nachrichten, Kolumnen vom AHSGR-Vorstand, Buchbesprechungen, Ergänzungen zur Forschungsbibliothek, Nachrufe, Listen neuer Mitglieder und deren Kontaktinformationen, Niederlassung-Nachrichten und s.w. enthält. Die Jugend Zeitung enthält Geschichten und Farbfotos zur Geschichte und Kultur der Deutschen aus Russland und wird als E-Mail Anhang (PDF) verteilt.
Die Enzyklopädie wurde auf die Initiative der öffentlichen Organisation „Föderale nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen“ (FNKA RD) unter aktiver Beteiligung der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen erstellt. Das Projekt wurde von den Regierungen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Während der Projektdurchführung wurden Geldmittel verwendet, welche gemäß den Anordnungen des Präsidenten der Russischen Föderation und auf der Grundlage von durchgeführten Wettbewerben der „Nationalen Wohltätigkeitsstiftung“, den allrussischen öffentlichen Organisationen die „Gesellschaft „Wissen“, die „Russische Union der Rektoren“ u.a., in den Jahren 2015–2017 als Zuschüsse zugewiesen wurden.
1 13.05.2026
Veranstaltungen
Erinnerung als Kunst: Begegnung mit der Regisseurin Polina Sacharowa im DRHMAm 13. Mai findet im Deutsch-Russischen Haus in Moskau ein offenes Treffen mit der Regisseurin, Schauspielerin und Leiterin des Theaters „Mimikrija“ Polina Sacharowa statt. Das Gespräch widmet sich der Frage, wie familiäre und historische Erinnerung zur Grundlage von Theaterinszenierungen wird und sich in lebendige Bühnenkunst verwandelt.
1 07.05.2026
Offene Treffen
In der Welt des Volkstanzes: Offenes Treffen mit den Leitern von TanzensemblesAm 11. Mai lädt das Kultur- und Geschäftszentrum der Russlanddeutschen in Kaliningrad zu einem offenen Tanztreffen ein. Die Leiterinnen der Ensembles aus Kaliningrad und Moskau, Olga Schadrina und Guselija Sirasijewa, werden den Gästen die Türen zur ausdrucksstarken Welt des Volkstanzes öffnen.
1 04.05.2026
Offene Treffen
Das Erbe der Maniser: Offenes Treffen mit Darja WoroninaAm 7. Mai wird den Gästen des Kultur- und Geschäftszentrums der Stadt Kaliningrad ein einzigartiges Phänomen der Kunstgeschichte vorgestellt – der Lebens- und Schaffensweg der Meister aus der Dynastie der Maniser. Referentin des offenen Treffens ist die Kunstvermittlerin, Künstlerin und Kunsthistorikerin, Kuratorin des Festivals für zeitgenössische Kirchenkunst „Sehen und Hören“ sowie Forscherin zum Schaffen der Künstler der Russlanddeutschen Darja Woronina.
1 30.04.2026
Offene Treffen
„Wir selbst“ – Roman und lebendige Erinnerung: In Tomsk findet offenes Treffen mit Alexander Heier stattAm 30. April findet in Tomsk ein offenes Treffen mit Alexander Heier, dem Direktor des Deutsch-Russischen Hauses in Tomsk, statt. Die Teilnehmer erfahren mehr über das Schicksal des Schriftstellers Gerhard Sawatzky, seinen Roman und die Rolle der deutschen Sprache bei der Bewahrung des historischen Gedächtnisses der Russlanddeutschen.
1 30.04.2026
Veranstaltungen
Der gesamtrussische Wettbewerb „Freunde der deutschen Sprache“ startet!Am 27. April fiel der Startschuss für den 10. gesamtrussischen Wettbewerb „Freunde der deutschen Sprache“. In diesem Jahr feiert das Projekt sein Jubiläum und bringt weiterhin Teilnehmer aus dem ganzen Land zusammen, wobei sechs thematische Kategorien für verschiedene Altersgruppen angeboten werden.
1 29.04.2026
Offene Treffen
Deutsches Jekaterinburg: Offenes Treffen über Geschichte der deutschen Gemeinde auf dem StadtplanIn Jekaterinburg findet ein offenes Treffen mit der Kandidatin der Kulturwissenschaften Jekaterina Kaluschnikowa statt, das der Geschichte der deutschen Gemeinde gewidmet ist. Die Teilnehmer erfahren, welche Rolle die Deutschen bei der Entstehung der Stadt gespielt haben – von der Industrie bis hin zu Bildung und Wissenschaft.
1 28.04.2026
Veranstaltungen
Abschlussfeier der Sprachclubsaison im Deutsch-Russischen Haus in Moskau: erste Teil des FeiertagesAm 18. April hat im Deutsch-Russischen Haus in Moskau die Abschlussfeier der ethnokulturellen Sprachclubsaison stattgefunden. Die Teilnehmenden besprachen die Ergebnisse der Arbeit, präsentierten kreative Darbietungen und betonten in ungezwungener Atmosphäre die Bedeutung des Erhalts der Sprache, der Traditionen und der kulturellen Identität der Russlanddeutschen.
1 27.04.2026
Eliteförderung/Avantgarde
Generationendialog und neue Ideen: Kulturhistorisches Seminar im Deutsch-Russischen Haus in MoskauAm 25. April war der letzte Tag des jährlichen Kulturhistorischen Seminars im Deutsch-Russischen Haus in Moskau. Zum elften Mal brachte es Nachwuchswissenschaftler sowie führende Experten aus dem ganzen Land zusammen. Über mehrere Tage diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen, präsentierten ihre Forschungsergebnisse und suchten nach neuen Entwicklungsfeldern.
1 26.04.2026
Interview
„Hierher möchte man immer wieder zurückkehren“: Erfahrungsberichte der ständigen Teilnehmer des Kulturhistorischen SeminarsDas Kulturhistorische Seminar verbindet seit elf Jahren Forscherinnen und Forscher, für viele von ihnen ist es eine bedeutende Station auf ihrem akademischen Weg. Wir haben mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern gesprochen, die immer wieder hierher zurückkehren, darüber, wie sich ihre Erfahrungen verändern, worauf an diesem Projekt der Schwerpunkt liegt und warum es so besonders bleibt.
1 25.04.2026
Veranstaltungen
Kulturhistorisches Seminar – 2026 hat im DRHM begonnen!Am 22. April begann im Deutsch-Russischen Haus in Moskau das jährliche kulturhistorische Seminar, zu dem Studierende, Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler aus verschiedenen Regionen des Landes zusammengekommen sind. Über mehrere Tage hinweg werden die Teilnehmer über die Geschichte, Kultur und die aktuelle Entwicklung der Russlanddeutschen diskutieren sowie ihre Forschungsarbeiten vorstellen und wissenschaftliche Erfahrungen austauschen.