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ARTIKEL
ИОГАНСОН Eleonora Genrichowna (1888–1938). Germanistin, Dialektforscherin, Folklore-Forscherin

JOHANNSON-HEGEL, Eleonora Genrichowna (Ellinor), * 16. Mai 1888 in Fellin (Gouvernement Livland), † 6. September 1938 in Leningrad. Germanistin, Dialektologin und Volkskundlerin.

Johannson entstammte einer deutschen Familie, ihr Vater Heinrich war Lehrer. 1906 schloss sie das Mädchengymnasium in Lodz, 1909 die deutsche Abteilung der Warschauer Pädagogischen Fremdsprachenkurse und 1926 die Sektion Westeuropa der Fakultät für Sprache und Materielle Kultur der Staatlichen Universität Leningrad ab. In den Jahren 1909-10 war sie am Mädchengymnasium und an der Realschule in Sarapul sowie anschließend an der Wirtschaftsschule in Jamburg als Deutschlehrerin tätig. 1912 arbeitete sie an einer Mittelschule in St. Petersburg. 1912-17 unterrichtete sie praktische Methodik der deutschen Sprache und Grammatik an den Demidow-Fremdsprachenkursen und den Höheren Frauenkursen von M.A. Lochwizkaja-Skalon. Von 1921 bis 1926 war sie als Deutschlehrerin am N.K. Krupskaja-Institut für Politische Aufklärungsarbeit tätig.

Im Jahr 1926 führte sie unter Leitung von W.M. Schirmunski im Auftrag des A.N. Wesselowski-Instituts für Vergleichende Literatur- und Sprachwissenschaft des Westens und Ostens eine komplexe Studie (Folklore, Ethnographie und Dialektologie) der auf der Krim gelegenen alten deutschen Kolonien durch. Von 1926 an war sie am „Archiv des deutschen Volkslieds“ des Kunstgeschichtlichen Instituts tätig, wo sie für die „Abteilung für deutsches Liedgut“ zuständig war. Im Januar 1928 wurde sie auf Betreiben Schirmunskis zur Mitarbeiterin der 2. Kategorie befördert. Im Herbst 1930 kam die deutsche Abteilung des Folklore-Archivs im Zuge der Umstrukturierung des Kunstgeschichtlichen Instituts an das Institut für Verbale Kunst, wo Johannson weiterhin als Kuratorin der Sammlung tätig war. Auf ihrer letzten Arbeitsstelle war sie Leiterin des Lehrstuhls für Methodik des Sprachunterrichts am Pädagogischen Fremdspracheninstitut.

In den 1920er und 1930er Jahren nahm Johannson an den von W.M. Schirmunski geleiteten volkskundlichen Expeditionen teil, die unter anderem in die auf der Krim gelegenen deutschen Kolonien, in die Tschechoslowakei (1928) und nach Sibirien (1930) führten. Sie zeichnete über 300 deutsche Volkslieder auf, hielt Vorträge in Deutschland und unternahm den Versuch, die „ursprüngliche Heimat“ der auf der Krim ansässigen deutschen Kolonisten in Tschechien ausfindig zu machen. Die von ihr zusammengestellte Sammlung krimdeutscher Volkslieder wurde im Rahmen der von dem bekannten deutschen Volkskundler Prof. John Meier herausgegebenen Serie „Deutsche Volksliederbücher“ veröffentlicht (Deutsches Volksliedarchiv, Freiburg i. Breisgau).

1935 wurde sie erstmals verhaftet. Nach ihrer neuerlichen Verhaftung wurde sie im April 1938 der Spionagetätigkeit zugunsten Deutschlands und der Zugehörigkeit zu der konterrevolutionären nationalistischen Organisation „Auslanddeutsch“ angeklagt und auf Beschluss der Kommission des NKWD und des Staatsanwalts der UdSSR vom 28. August 1938 nach Art. 58-6, 58-10 und 58-11 des Strafgesetzbuchs der RSFSR zum Tod durch Erschießen verurteilt. Das Urteil wurde am 6. September 1938 vollstreckt. 1989 wurde sie rehabilitiert. Ihr Begräbnisort ist nicht bekannt.

Veröffentlichungen

Иогансон Э., Arbeitslust: Учебные пособия для школ 1-ой и 2-й ступени. М.; Л., 1927 (совместно с Н. Деген); Johannson Ellinor. Schönhengster in der Krim. Was mir der 78-jährige Anton Neubauer in Zarekwitsch erzählt hat // Zwittauer Nachrichten. Deutsche Wochenschrift 28 (1928), Nr. 42 (20. Okt.); Johannson Ellinor. Eine Schönhengster Sprachinsel auf der Krim // Sudetendeutsche Zeitschrift für Volkskunde (Prag), 2 (1929). H. 1. S. 15–23; Иогансон Э. Г. Учебник немецкого языка для начальной школы. 4-й год обучения. 2-е, перераб. изд. М.; Л., 1933; Иогансон Э. Г. Конъюнктив // Вопросы немецкой грамматики в историческом освещении. Под ред. проф. В. М. Жирмунского. Учпедгиз, Л., 1936. С. 96–108 (в соавторстве с Л. Р. Зиндером); Перевод «Записок П. Ф. Гаккеля о 14 декабря 1825 года» // Летопись занятий Постоянной историко-археографической комиссии Академии наук за 1926 год, выпуск 1 (34); Л., 1927, с. 238–266.

Фольклорные и диалектологические материалы, собранные Э. Иогансон, хранятся в Санкт-Петербургском филиале Архива РАН (фонд 1001), в Институте русской литературы (Пушкинский Дом) РАН (фонд 104), а также в личном архиве исследовательницы в Российской национальной библиотеке (фонд 317).

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ÜBER DIE ENZYKLOPÄDIE

Die Enzyklopädie wurde auf die Initiative der öffentlichen Organisation „Föderale nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen“ (FNKA RD) unter aktiver Beteiligung der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen erstellt. Das Projekt wurde von den Regierungen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Während der Projektdurchführung wurden Geldmittel verwendet, welche gemäß den Anordnungen des Präsidenten der Russischen Föderation und auf der Grundlage von durchgeführten Wettbewerben der „Nationalen Wohltätigkeitsstiftung“, den allrussischen öffentlichen Organisationen die „Gesellschaft „Wissen“, die „Russische Union der Rektoren“ u.a., in den Jahren 2015–2017 als Zuschüsse zugewiesen wurden.

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NACHRICHTEN
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