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Arbeitsgemeinschaft der Ostumsiedeler

Arbeitsgemeinschaft der Ostumsiedeler war eine der ersten Hilfsorganisationen und Kulturvereine der Russlanddeutschen. Arbeitsgemeinschaft wurde 1950 gegründet und 1955 in die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. (LmDR) umbenannt.

Die Vorläufer der Arbeitsgemeinschaft waren von Geistlichen seit 1945–1946 initiierte unterschiedliche Selbsthilfeinitiativen zur Zusammenführung sowie kirchlichen und seelsorgerischen Betreuung der Russlanddeutschen, wie z.B. 1947 offiziell gegründete das Hilfskomitee der evangelisch-lutherischen Ostumsiedler (HdELO, heutiger Nachfolger ist „Kirchliche Gemeinschaft der Evangelisch-lutherischen Deutschen aus Russland e.V.“). Auch auf katholischer Seite entwickelte sich zwischen 1946 und 1950 eine differenzierte Organisationsstruktur. Die ersten Vereine wurden von legitimierten kirchlichen Vertretern organisiert, weil sie in dieser Zeit von der Militärregierung nur auf kirchlicher Ebene geduldet worden waren.

Im Sommer 1949 setzte sich der Leiter des Hilfskomitees der evangelisch-lutherischen Ostumsiedler, evangelischer Pastor, ehemaliger Lehrer und Gymnasialdirektor in Bessarabien Heinrich Römmich (1888–1980) in Verbindung mit den führenden Vertretern der kirchlichen Institutionen der Russlanddeutschen: Pfarrer Clemens Kiefel (Katholiken), Prof. Benjamin Unruh (Mennoniten), Prediger K.G. Wessel (Freikirchen). Nach der Initiative des noch ungewählten Sprechers der Russlanddeutschen Pastor Römmich wurde am 22. April 1950 in Stuttgart eine kirchliche Gruppe der in der amerikanischen, britischen und französischen Besatzungszone ansässig gewordenen Deutschen aus Russland gesammelt. Außer obengenannten Pfarrer und Predigern haben am Treffen auch teilgenommen: der Geschäftsführer des HdELO, Lehrer Julian Merling (1919–2002), der diplomierte Volkswirt, zukünftiger Sekretär der „Canadian Society of German Relief“ Dr. Gottlieb Leibbrandt (1908–1989); der zukünftige Mitbegründer der „Vereinigung Heimatvertriebener Deutschen Studenten e. V.“ (gegr. im Oktober 1950) Dr. Wilfried Schlau (1886–1978), der Geschichtsschreiber der Wohlyniendeutschen Andreas Mergenthaler u.a. Auf der Tagesordnung standen die folgenden Punkte: die Berichte der Mitglieder über bisherige Arbeit, die Gründung des Vereins, die Wahlen eines provisorischen Vorstandes und die Verabschiedung einer Satzung. Die Gruppe hat die historische Entscheidung über die Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Ostumsiedler getroffen. Der unpolitische Begriff „Ostumsiedler“ anstatt Bezeichnung „Russlanddeutsche“ war wie auch bei HdELO als Tarnname gewählt worden.

Als 1. Vorsitzender wurde Pfarrer Römmich, als Stellvertreter – Dr. Leibbrandt und als Beiratsmitglieder – Prof. Unruh und Prediger Wessel gewählt. Auf der Delegiertenversammlung in Kassel am 15. Oktober 1950 wurde zum 1. Vorsitzenden Dr. Gottlieb Leibbrandt gewählt, dem auch gleichzeitig der Posten des Geschäftsführers übertragen wurde und der als Vorsitzende bis seiner Emigration nach Kanada 1952 tätig war. 1952 wurde Pfarrer Römmich zum Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft (ab 1954 der Geschäftsführende Vorsitzende und Sprecher) gewählt.

Die erste Satzung der Arbeitsgemeinschaft wurde von Andreas Mergenthaler und Heinrich Römmich vorbereitet. Laut Satzung gehörten zu den ersten Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft die Pflege der heimatlichen Kultur und der Verbundenheit der Landsleute untereinander; die Geltendmachung des Rechtes auf Heimat, sowie Eingliederung in den deutschen Volkskörper; Mitwirkung in Fragen der Schadensfeststellung und des Lastenausgleichs; Wahrnehmung der sozialen und wirtschaftlichen Belange (Renten, Pensionen, Berufsausbildung, Jugendfragen, Umsiedlung); sachgemäße Lenkung der Auswanderung, Suchdienst und wissenschaftliche Forschung.

Die erste finanzielle Hilfe vom Staat (3.000 DM) hat die Arbeitsgemeinschaft im Oktober 1950 erhalten, um die erste Ausgabe des Mitteilungsblattes „Volk auf dem Weg“ (erschien im Dezember 1950) zu finanzieren. Von Julian Merling, der mit der goldenen und silbernen Ehrennadel der Landsmannschaft und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, wurden 1950–1953 die ersten Russlanddeutschen Heimatkalender, die als Vorläufer der späteren Heimatbücher der LmDR anzusehen sind, herausgegeben. Das erste Bundestreffen wurde von der Arbeitsgemeinschaft am 13.–14. Mai 1951 in Stuttgart organisiert. Am 29. Mai 1955 wurde die Umbenennung des „Arbeitskreises der Ostumsiedler“ in „Landsmannschaft der Deutschen aus Russland“ vorgenommen.

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ÜBER DIE ENZYKLOPÄDIE

Die Enzyklopädie wurde auf die Initiative der öffentlichen Organisation „Föderale nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen“ (FNKA RD) unter aktiver Beteiligung der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen erstellt. Das Projekt wurde von den Regierungen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Während der Projektdurchführung wurden Geldmittel verwendet, welche gemäß den Anordnungen des Präsidenten der Russischen Föderation und auf der Grundlage von durchgeführten Wettbewerben der „Nationalen Wohltätigkeitsstiftung“, den allrussischen öffentlichen Organisationen die „Gesellschaft „Wissen“, die „Russische Union der Rektoren“ u.a., in den Jahren 2015–2017 als Zuschüsse zugewiesen wurden.

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NACHRICHTEN
RUSDEUTSCH
  • 1 07.05.2026

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    In der Welt des Volkstanzes: Offenes Treffen mit den Leitern von Tanzensembles

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  • 1 04.05.2026

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  • 1 30.04.2026

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  • 1 30.04.2026

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    Am 27. April fiel der Startschuss für den 10. gesamtrussischen Wettbewerb „Freunde der deutschen Sprache“. In diesem Jahr feiert das Projekt sein Jubiläum und bringt weiterhin Teilnehmer aus dem ganzen Land zusammen, wobei sechs thematische Kategorien für verschiedene Altersgruppen angeboten werden.

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  • 1 28.04.2026

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    Am 18. April hat im Deutsch-Russischen Haus in Moskau die Abschlussfeier der ethnokulturellen Sprachclubsaison stattgefunden. Die Teilnehmenden besprachen die Ergebnisse der Arbeit, präsentierten kreative Darbietungen und betonten in ungezwungener Atmosphäre die Bedeutung des Erhalts der Sprache, der Traditionen und der kulturellen Identität der Russlanddeutschen.

  • 1 27.04.2026

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    Das Kulturhistorische Seminar verbindet seit elf Jahren Forscherinnen und Forscher, für viele von ihnen ist es eine bedeutende Station auf ihrem akademischen Weg. Wir haben mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern gesprochen, die immer wieder hierher zurückkehren, darüber, wie sich ihre Erfahrungen verändern, worauf an diesem Projekt der Schwerpunkt liegt und warum es so besonders bleibt.

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  • 1 23.04.2026

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    Am 18. April fiel in Moskau der Startschuss für das jährliche Fußballturnier der national-kulturellen Autonomien und Landsmannschaften. Das Team der Russlanddeutschen „RusDeutsch“ überzeugte gleich im ersten Gruppenspiel und besiegte die Gegner mit 4:1 – der erste Dreipunkte-Erfolg in dieser Saison.

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