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HOLLMANN , Reinhard Friedrichowitsch, * 17. Mai 1877 in Dorpat, † 4. April 1921 in Mainz-Mombach (Deutschland). Chemiker, Professor am Lehrstuhl für Chemie der Universität Saratow

HOLLMANN, Reinhard Friedrichowitsch, * 17. Mai 1877 in Dorpat, † 4. April 1921 in Mainz-Mombach (Deutschland). Chemiker, Professor am Lehrstuhl für Chemie der Universität Saratow.

Hollmann entstammte einer Familie von Erbehrenbürgern. Er war der Sohn von Pastor Friedrich-August-Wilhelm Hollmann, Direktor des lutherischen Schullehrerseminars, und dessen Ehefrau Karolina-Henrietta-Maria, geborene Masing. Nach Abschluss der Physikalisch-Mathematischen Fakultät der Kaiserlichen Universität Jurjewo (Dorpat) wurde er 1901 zunächst Assistent, vom 18. November 1903 an Privatdozent und vom 1. Juni 1906 bis zum 1. Januar 1907 Laborant am Chemischen Labor der Universität Jurjewo. Nach Aufnahme seiner wissenschaftlichen Forschungsarbeit konnte Hollmann schon zu Beginn seiner Tätigkeit die Aufmerksamkeit führender Chemiker auf sich ziehen, unter anderem durch seine aktive Beteiligung an der Arbeit der 11. Konferenz der russischen Naturwissenschaftler und Ärzte, die vom 18. Dezember 1901 bis zum 1. Januar 1902 in St. Petersburg stattfand.

Die nächste wichtige Etappe seiner wissenschaftlichen Laufbahn war die Magisterdissertation, deren Verteidigung am 28. November 1908 an der Moskauer Universität stattfand. In seinem am 10. November 1910 ausgehändigten Diplom hieß es: „Die Kaiserliche Universität Moskau bezeugt hiermit, dass dem Kandidaten Reinhard Hollmann aufgrund der ordnungsgemäßen Prüfungen an der Physikalisch-Mathematischen Fakultät der Universität Jurjewo und der öffentlichen Verteidigung der von ihm zum Thema „Über die Bildung und Spaltung gemischter Kristallhydrate isomorpher Stoffe vom Standpunkt der Gibbs'schen Phasenregel“ verfassten Dissertation auf Beschluss des Universitätsrats vom 28. November 1908 der Grad eines Magisters der Chemie verliehen wird“.

Nach Erlangung seines wissenschaftlichen Grades setzte Hollmann seine Forschungstätigkeit an der Universität Jurjewo auf dem Posten des Direktors des Chemischen Labors fort, den er vom 1. August 1909 bis zum 5. März 1912 innehatte. Als sich an der Zar-Nikolai-Universität in Saratow eine Vakanz ergab, da Professor Wladimir Tschelinzew vorübergehend nach Moskau ging, um die Nachfolge Nikolai Selinskis als Leiter des Lehrstuhls für Organische Chemie anzutreten (letzterer hatte seine Professur an der Moskauer Universität 1911 aus Protest gegen die Bildungspolitik der Regierung niedergelegt), ging Hollmann als außerordentlicher Professor an den Lehrstuhl für Medizinische Chemie der Universität Saratow, wo er Vorlesungen zur organischen und anorganischen Chemie hielt und die praktischen Übungen zur analytischen Chemie leitete. Darüber hinaus wurde ihm mit Genehmigung des Kurators des Kasaner Schulbezirks vom 11. Juni 1912 die Aufgabe übertragen, am vakanten Lehrstuhl für Mineralogie „mit einem Salär in Höhe von 600 Rubeln pro Halbjahr“ Geologie und Paläontologie zu lehren. Am 11. März 1917 wurde ihm die Leitung des Unterrichts zur analytischen Chemie für die Hörer der Pharmazeutischen Kurse der Universität Saratow übertragen. Unter seinen Saratower Kollegen gewann Hollmann schnell Ansehen und Sympathie, wovon nicht zuletzt der Umstand zeugt, dass er zusammen mit den Professoren Wassili Rasumowski und Alexei Preobraschenski einer Delegation der Universität angehörte, die am 22. Februar 1916 nach Petrograd entsandt wurde, um dort im Namen des Rats der Universität Saratow anzusuchen, schnellstmöglich eine Historisch-Philologische und eine Physikalisch-Mathematische Fakultät aufbauen zu dürfen.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs war Hollmann mit der Lösung kriegswichtiger wissenschaftlicher Fragen befasst, war an der Arbeit verschiedener Komitees und Konferenzen beteiligt und nahm an den Sitzungen zahlreicher Kongresse teil, auf denen er auch mit ausführlichen Referaten und Berichten auftrat. So nahm er im Oktober 1915 als Delegierter der Universität Saratow an einer Sitzung des Rats der Russischen Physikalisch-Chemischen Gesellschaft in Petrograd teil, auf der dringende Fragen der Kriegszeit erörtert wurden. Am 14. März 1916 wurde er auf eine Fragen chemischer Waffen gewidmete Konferenz nach Petrograd entsandt. Am 1.-3. Oktober 1916 beteiligte er sich an der Arbeit des 1. Allrussischen Kongresses zu Fragen von Erfindungen (Moskau).

Wie viele andere Angehörige der vorrevolutionären wissenschaftlichen Intelligenz tat sich auch Hollmann nicht nur in seinem engen chemischen Fachgebiet hervor. Er widmete sich ernsthaft der Musik, spielte virtuos Cello, und trat als „Haustrio“ zusammen mit dem Rechtsanwalt P.K. Wsewolschki (Klavier) und Professor W.D. Sjornow (Geige) auf den von Letzterem in seiner Wohnung veranstalteten Hauskonzerten auf.

Nach der 1917 erfolgten Gründung der Physikalisch-Mathematischen Fakultät der Universität Saratow wurde Hollman zu deren erstem Wissenschaftlichen Sekretär. In den Jahren 1918-19 war er Professor für Anorganische Chemie an der Universität Jurjewo (Dorpat), von wo aus er nach Deutschland emigrierte, wo er von 1919 an in Mainz das Wissenschaftliche Labor der Gesellschaft der Chemischen Industrie leitete.

Auszeichnungen: Orden der Heiligen Anna der 3. Stufe (1914) und Medaille „Für Arbeiten im Rahmen der 1. Allgemeinen Volkszählung von 1897“.

Rang - Kollegienrat (1913).

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ÜBER DIE ENZYKLOPÄDIE

Die Enzyklopädie wurde auf die Initiative der öffentlichen Organisation „Föderale nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen“ (FNKA RD) unter aktiver Beteiligung der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen erstellt. Das Projekt wurde von den Regierungen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Während der Projektdurchführung wurden Geldmittel verwendet, welche gemäß den Anordnungen des Präsidenten der Russischen Föderation und auf der Grundlage von durchgeführten Wettbewerben der „Nationalen Wohltätigkeitsstiftung“, den allrussischen öffentlichen Organisationen die „Gesellschaft „Wissen“, die „Russische Union der Rektoren“ u.a., in den Jahren 2015–2017 als Zuschüsse zugewiesen wurden.

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