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LIEVEN Christophor Andrejewitsch von (Christoph Heinrich) (1774 -1838), Baron (ab 1799 – Graf, ab 1826 – erlauchter Fürst), General der Infanterie, Generaladjutant

LIEVEN Christophor Andrejewitsch von (Christoph Heinrich) (geb. am 6. Mai 1774 in Kiew; gest. am 29. Dezember 1838 in Rom), Baron (ab 1799 – Graf, ab 1826 – erlauchter Fürst), General der Infanterie (1819), Generaladjutant (1798). Aus einer Adelsfamilie des Gouvernements Livland. Stammte aus einem alten baltischen deutschen Baronengeschlecht,  sein Vater, Baron A.R. Lieven, verstarb im Jahr 1781 im Rang eines Generalmajors, seine Mutter, Charlotte Karlowna, geborene von Posse, wurde Erzieherin der Kinder vom Zaren Pawel I. und hatte schon immer großen Einfluss innerhalb der Zarenfamilie, wodurch sie und alle ihre Kinder 1799 den Grafen- und im Jahr 1826 den Fürstentitel bekamen. 1799 wurde Christophor im Rang eines Kammerunteroffiziers bei der Artillerie eingestellt. Am 13. März 1789 zum Bajonettjunker befördert. 1790 nahm er an den Kriegshandlungen gegen Schweden in Finnland teil. Wurde am 5. Dezember 1790 im Rang eines Fähnrichs in das Semenowski Leib-Garderegiment versetzt, am 1. Januar 1795 zum Regimentsadjutanten ernannt. Im Jahr 1794  befand er sich bei den österreichischen Streitkräften, nahm an der Schlacht gegen die Franzosen bei Fleurus teil. Wurde am 20. Februar 1796 aus der Militärausbildung im Rang eines Oberstleutnants in die Armee entlassen, zunächst in das Wladimirski Dragonerregiment, daraufhin  – ins Tulski Musketierregiment. Nahm im selben Jahr am Waffengang nach Persien teil. Am 27. April 1797 wurde er zum Flügeladjutanten befördert, am 27. Juli 1798 vom Rang eines Oberstleutnants (unter Übergehung der Ränge eines Obersts und Brigadiers) in den Rang eines Generalmajors erhoben mit Ernennung zum Generaladjutanten. Bekleidete ab dem 12. November 1798 einen Schlüsselposten in der Militärverwaltung –  Leiter der Kaiserlichen Militärkanzlei des Zaren Pawel I. Da alle Befehle und Ernennungen über ihn liefen, nannten ihn viele Historiker fehlerhaft den jüngsten (im Alter von 24 Jahren) Kriegsminister. Am 22. Februar 1799 wurde er für die Verdienste seiner Mutter zusammen mit seinen Brüdern in den Adelsstand eines Grafen des Russischen Zarenreiches erhoben.

Nach der Thronbesteigung des Zaren Alexander I. behielt v. Lieven seinen Posten, spielte eine wichtige Rolle bei den Sachentscheidungen des Militärressorts. Er begleitete den Zaren in der Kampagne von 1805 und wurde für die Schlacht bei Austerlitz mit dem Orden des Heiligen Georg 3. Klasse gewürdigt. War im Jahr 1807 bei der Unterschreibung des Tilsiter-Friedens dabei. Erhielt am 22. Juli 1807 den Rang eines Generalleutnants, wurde jedoch im Januar 1808 auf Forderung des neuen Kriegsministers, A.A. Araktschejew, entlassen und im Amt beim Auslandsministerium eingestellt, mit Belassung im Rang eines Generaladjutanten. Am 31. Dezember 1809 wurde v. Lieven zum Botschafter in Berlin ernannt, nahm Kontakt zu patriotisch gesinnten Vertretern militärischer Kreise auf. Dank seinen Bemühungen traten viele preußische Offiziere in den russischen Militärdienst ein, er organisierte außerdem ein weites Agentennetz, das im Interesse der russischen Militärführung agierte und den Übergang Preußens im Jahr 1813 ins Lager der Gegner von Napoleon I. vorbereitete.

Nach seiner Ankunft in Russland im Jahr 1812 gehörte er zum Bestand des Komitees für Angelegenheiten Deutschlands. Im Anschluss an die Regelung russisch-britischer Beziehungen Ende Septembers 1812 wurde v. Lieven zum Botschafter in London ernannt und hatte diesen Posten bis 1834 inne. Führte Verhandlungen über britische Subventionen und Lieferungen von britischen Waffen. Am 1. Januar 1819 beförderte man ihn in den Rang eines Generals der Infanterie. Im Jahr 1826 wurde er zusammen mit der Mutter in den Fürstenstand des Russischen Zarenreichs mit dem Titel Erlaucht erhoben. Am 22. April 1834 ernannte man ihn zum Kurator des Thronfolgers, Großfürst Alexander Nikolajewitsch (zukünftiger Zar Alexander II.), er verstarb, während er den Thronfolger auf einer Auslandsreise begleitete.  Von Lievens Ehefrau war Darja Christoforowna (geborene Katharina Alexandra Dorothea Benkendorf) (1783–1857).

Ebenfalls ausgezeichnet mit russischen Orden des Heiligen Andreas des Erstberufenen mit Diamanten, des Heiligen Wladimir 1. Klasse, des Heiligen Alexander Newski mit Diamanten, der Heiligen Anna 1. Klasse mit Diamanten, des Heiligen Johannes von Jerusalem; mit preußischen Schwarzem und Rotem Adlerorden 1. Klasse; mit schwedischen Schwertorden 1. Klasse und Serafimerorden; mit dänischem Elefantenorden 1. Klasse; mit britischem Orden der Gwelfen 1. Klasse;  dem Sachsen-Weimarischen Orden des Großen Tisches 1. Klasse; mit der Dienstauszeichnung „Für XL Jahre ehrenfesten Dienstes“.

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ÜBER DIE ENZYKLOPÄDIE

Die Enzyklopädie wurde auf die Initiative der öffentlichen Organisation „Föderale nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen“ (FNKA RD) unter aktiver Beteiligung der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen erstellt. Das Projekt wurde von den Regierungen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Während der Projektdurchführung wurden Geldmittel verwendet, welche gemäß den Anordnungen des Präsidenten der Russischen Föderation und auf der Grundlage von durchgeführten Wettbewerben der „Nationalen Wohltätigkeitsstiftung“, den allrussischen öffentlichen Organisationen die „Gesellschaft „Wissen“, die „Russische Union der Rektoren“ u.a., in den Jahren 2015–2017 als Zuschüsse zugewiesen wurden.

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NACHRICHTEN
RUSDEUTSCH
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  • 1 26.01.2026

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  • 1 26.01.2026

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  • 1 20.01.2026

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    Das Deutsch-Russische Haus in Moskau lädt Sie ein, die Werke der russlanddeutschen Künstler noch bis zum 23. Februar zu besichtigen.

  • 1 19.01.2026

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    Am 24. Dezember fand im Deutsch-Russischen Haus in Moskau die feierliche Eröffnung der Ausstellung „Erbe in Farben“ statt. Die Ausstellung präsentiert Werke russlanddeutscher Künstler, die im Rahmen des Kunstlabors in der Wolgaregion entstanden sind. Die Vernissage war ein besonderes Kulturereignis, geprägt von einer Atmosphäre der Erinnerung, der Kunst und des lebendigen Dialogs zwischen den Generationen.

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