BRUMMER, Leonid Wladimirowitsch, * 1. September 1889 in Cherson, † 1. November 1971 in Dschambul (Kasachische SSR). Maler.
Brummer entstammte einer Adelsfamilie und war der Sohn eines Militärangehörigen. Sein Vater Wladimir von Brummer war Deutscher, seine Mutter Maria Gouthière Französin. Die Familie Brummer war eng mit den Chersoner Schiffsbauunternehmern Vadon verwandt.
Brummer schloss das Chersoner Knabengymnasium ab. Er lernte Malen und Zeichnen bei den Künstlern A.D. Ikonnikow und I.G. Fegler, die am Chersoner Lehrerseminar bzw. am Gymnasium als Lehrer tätig waren. Zeit seines Lebens war er mit dem Volkskünstler der Ukrainischen SSR Georgi Kurnakow befreundet. In den Jahren 1910-15 lernte er an der Kiewer Kunstschule bei den ukrainischen Malern Fedir Krytschewsky, Wladimir Menk und Alexander Muraschko. In den Jahren 1916-17 studierte er an der Petrograder und im Jahr 1918 an der Ukrainischen Akademie der Künste in Kiew. Er unterrichtete an der Kiewer Kunstschule und war Mitglied und Sekretär der Kiewer Künstlergenossenschaft. Von 1909 an beteiligte er sich an Kunstausstellungen in Cherson, Kiew und Moskau, auf der Krim, in Kursk, Nowgorod-Sewerski, Naltschik, Pawlodar und Alma-Ata. Brummers Stillleben, Landschaftsbilder und Porträts (Öl, Aquarell und Gouache) erfreuten sich großer Nachfrage und wurden von Galerien und Kunstliebhabern angekauft. 1919 war Brummer Mitarbeiter der Kunstsektion des Volkskommissariats für Militärangelegenheiten in Kiew. 1920 zog er mit seiner Frau Maria Iwanowna (geborene Rausch, † Juli 1940) auf die Krim, wo er in Jalta, Toply und Stary Krim lebte und für die Sektion zur Erhaltung der Museen und Altertumsdenkmäler arbeitete. Neben der Malerei befasste sich Brummer auch mit Kunstfotografie. In Stary Krim verkehrten Georgi Kurnakow, Maximilian Woloschin und andere Künstler bei ihm. In dieser Schaffensperiode entstanden die Bilder „Kleine Straße in Gursuf“, „Stary Krim“, „Sicht auf Ai-Petri“ und “Sägewerk in Stary Krim“.
1935 zog Brummer nach Orjol und 1938 nach Naltschik (Kabardino-Balkarien), wo im gleichen Jahr eine große Einzelausstellung seiner Werke stattfand, auf der unter anderem seine Bilder „Meer“, „Goldener Herbst“ und „Umgebung von Naltschik“ gezeigt wurden. Er gehörte zu den Mitbegründern des Kabardino-Balkarischen Künstlerverbands (1939).
1941 wurde Brummer in die im Gebiet Pawlodar (Kasachische SSR) gelegene Sowchose Dschal-Kuduk deportiert, wo er landwirtschaftliche Arbeiten verrichtete und ein Kunststudio für die Dorfkinder aufbaute. 1955 erhielt er die Erlaubnis, nach Dschambul umzusiedeln, wo er in einem Industriekombinat Blechschilder bemalte. Im Oktober 1956 nahm er in Dschambul erstmals nach sechzehn Jahren wieder an einer Kunstausstellung teil. Im gleichen Jahr baute er ein Studio für Laienkünstler auf, das er selbst leitete. 1957 wurden auf der dem 40. Jahrestag der Oktoberrevolution gewidmeten Gebietskunstausstellung in Cherson auf Vorschlag Kurnakows dreizehn Arbeiten Brummers gezeigt (größtenteils Stillleben sowie die Bilder „Herbst”, “Frühes Frühjahr“ und „Sicht auf Jalta“). In den 1960er Jahren wurden Brummers Arbeiten mehrfach auf den Republiksausstellungen der Kasachischen SSR gezeigt.
Gegen Ende seines Lebens schenkte Brummer dem Museum in Dschambul 1.050 seiner Arbeiten, seine Bibliothek (mit zahlreichen einzigartigen Ausstellungskatalogen) sowie Alben und Briefe. Gemälde Brummers befinden sich im Gebietskunstmuseum in Cherson, im Nationalen Museum der Geschichte der Ukraine in Kiew, im Republiksmuseum in Alma-Ata, im Heimatmuseum in Dschambul und in privaten Sammlungen. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Bilder „Selbstporträt“, „Das Wydubytschi-Kloster”, „Kasachisches Mädchen”, „Hof in Dschambul“, „Das Meer bei Jalta” sowie das „Porträt Pjotr Salomows”.
1971 starb Leonid Brummer in einem Altenheim. 1993 wurde er posthum rehabilitiert.
Die Enzyklopädie wurde auf die Initiative der öffentlichen Organisation „Föderale nationale Kulturautonomie der Russlanddeutschen“ (FNKA RD) unter aktiver Beteiligung der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen erstellt. Das Projekt wurde von den Regierungen der Russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Während der Projektdurchführung wurden Geldmittel verwendet, welche gemäß den Anordnungen des Präsidenten der Russischen Föderation und auf der Grundlage von durchgeführten Wettbewerben der „Nationalen Wohltätigkeitsstiftung“, den allrussischen öffentlichen Organisationen die „Gesellschaft „Wissen“, die „Russische Union der Rektoren“ u.a., in den Jahren 2015–2017 als Zuschüsse zugewiesen wurden.
1 19.05.2026
Veranstaltungen
Das akustische Solokonzert von Dascha Wins „Auf der Suche nach sich selbst“.Am 27. Mai beschließt das Deutsch-Russische Haus die Kultursaison und läutet den Sommer mit einem herzlichen und authentischen Solokonzert von Dasсha Wins ein. Die Gäste erwartet ein Abend mit lebendiger Singer-Songwriter-Musik, lyrischen Texten und Gesprächen darüber, wie man mutig seinen Träumen folgt, neue Wege einschlägt und im Trubel des Alltags sein inneres Leuchten nicht verliert.
1 19.05.2026
Wettbewerbe, Ausschreibungen
Annahme von Bewerbungen für Gesamtrussischen Wettbewerb „Russlands herausragende Deutsche – 2026“ gestartet!Die Bewerbungsfrist für den Gesamtrussischen Wettbewerb „Russlands herausragende Deutsche – 2026“ hat begonnen. Das ist eines der größten Projekte, das auf die Bewahrung des historischen Erbes, die Förderung talentierter Vertreter der Gemeinschaft der Russlanddeutschen und die Bekanntmachung ihres Beitrags zur Entwicklung von Kultur, Wissenschaft, Bildung, Sport und gesellschaftlichem Leben des Landes abzielt.
1 15.05.2026
Nachrichten aus den Regionen
Gemeinsam die Geschichte weiterschreiben: Ethnokulturelles Treffen im Gebiet IwanowoVom 2. bis 7. April hat im Dorf Semigorje des Gebietes Iwanowo eine ethnokulturelle Sprachplattform stattgefunden, die Aktivistinnen und Aktivisten verschiedener Generationen des Zentrums der deutschen Kultur „Hoffnung“ und der Deutschen National-Kulturellen Autonomie „Glauben“ der Stadt Kineschma zusammenbrachte.
1 13.05.2026
Veranstaltungen
Erinnerung als Kunst: Begegnung mit der Regisseurin Polina Sacharowa im DRHMAm 13. Mai findet im Deutsch-Russischen Haus in Moskau ein offenes Treffen mit der Regisseurin, Schauspielerin und Leiterin des Theaters „Mimikrija“ Polina Sacharowa statt. Das Gespräch widmet sich der Frage, wie familiäre und historische Erinnerung zur Grundlage von Theaterinszenierungen wird und sich in lebendige Bühnenkunst verwandelt.
1 07.05.2026
Offene Treffen
In der Welt des Volkstanzes: Offenes Treffen mit den Leitern von TanzensemblesAm 11. Mai lädt das Kultur- und Geschäftszentrum der Russlanddeutschen in Kaliningrad zu einem offenen Tanztreffen ein. Die Leiterinnen der Ensembles aus Kaliningrad und Moskau, Olga Schadrina und Guselija Sirasijewa, werden den Gästen die Türen zur ausdrucksstarken Welt des Volkstanzes öffnen.
1 04.05.2026
Offene Treffen
Das Erbe der Maniser: Offenes Treffen mit Darja WoroninaAm 7. Mai wird den Gästen des Kultur- und Geschäftszentrums der Stadt Kaliningrad ein einzigartiges Phänomen der Kunstgeschichte vorgestellt – der Lebens- und Schaffensweg der Meister aus der Dynastie der Maniser. Referentin des offenen Treffens ist die Kunstvermittlerin, Künstlerin und Kunsthistorikerin, Kuratorin des Festivals für zeitgenössische Kirchenkunst „Sehen und Hören“ sowie Forscherin zum Schaffen der Künstler der Russlanddeutschen Darja Woronina.
1 04.05.2026
Nachrichten aus den Regionen
Das Russisch-Deutsche Haus in Moskau schloss seine Sprachclubsaison mit dem zweiten Teil der Feierlichkeiten abDas Deutsch-Russische Haus in Moskau veranstaltete den zweiten Teil des feierlichen Abschlusses der ethnokulturellen Sprachclubsaison, der den Teilnehmern der Kindergruppen am Sonntag gewidmet war. Die jungen Teilnehmer präsentierten kreative Darbietungen, nahmen an Workshops teil und zeigten ihre Fortschritte beim Erlernen der deutschen Sprache und der Kultur der Russlanddeutschen.
1 30.04.2026
Offene Treffen
„Wir selbst“ – Roman und lebendige Erinnerung: In Tomsk findet offenes Treffen mit Alexander Heier stattAm 30. April findet in Tomsk ein offenes Treffen mit Alexander Heier, dem Direktor des Deutsch-Russischen Hauses in Tomsk, statt. Die Teilnehmer erfahren mehr über das Schicksal des Schriftstellers Gerhard Sawatzky, seinen Roman und die Rolle der deutschen Sprache bei der Bewahrung des historischen Gedächtnisses der Russlanddeutschen.
1 30.04.2026
Veranstaltungen
Der gesamtrussische Wettbewerb „Freunde der deutschen Sprache“ startet!Am 27. April fiel der Startschuss für den 10. gesamtrussischen Wettbewerb „Freunde der deutschen Sprache“. In diesem Jahr feiert das Projekt sein Jubiläum und bringt weiterhin Teilnehmer aus dem ganzen Land zusammen, wobei sechs thematische Kategorien für verschiedene Altersgruppen angeboten werden.
1 29.04.2026
Offene Treffen
Deutsches Jekaterinburg: Offenes Treffen über Geschichte der deutschen Gemeinde auf dem StadtplanIn Jekaterinburg findet ein offenes Treffen mit der Kandidatin der Kulturwissenschaften Jekaterina Kaluschnikowa statt, das der Geschichte der deutschen Gemeinde gewidmet ist. Die Teilnehmer erfahren, welche Rolle die Deutschen bei der Entstehung der Stadt gespielt haben – von der Industrie bis hin zu Bildung und Wissenschaft.